Roboter in der Augenheilkunde – die Arbeit der Augenärzte von morgen

Der technologische Fortschritt ist heute in nahezu jedem Lebensbereich spürbar und sorgt in vielen Branchen für Umstrukturierungen. Künftig wird sich auch das Berufsbild des Augenarztes drastisch verändern.

Die Entwicklung von Robotern in der Medizin

Aktuell konzentriert man sich in der Forschung vor allem auf die Entwicklung von Robotern, die im medizinischen Sektor eingesetzt werden können. Dabei wurden in den vergangenen Jahren enorme Fortschritte verzeichnet. Der Einsatz von Roboterärzten ist deshalb nicht nur denkbar, sondern wird vielerorts bereits praktiziert. Für die Patienten entstehen dadurch unterschiedliche Vorteile, die von einer kürzeren Wartezeit bis hin zu einer deutlich präziseren Behandlung reichen.

Was sind Roboter-Ärzte?

Viele Menschen denken bei diesem Begriff sofort an eine Maschine, die den Arzt vollständig ersetzt. Dieses Szenario stellt zwar das Ziel vieler Forscher dar, ist jedoch gegenwärtig noch nicht realistisch. Sämtliche sich derzeit in Entwicklung befindenden Roboter-Ärzte werden ausschließlich zur Ergänzung des Leistungsangebots eines menschlichen Arztes eingesetzt. Dabei übernehmen diese vor allem jene Aufgaben, die eine besonders hohe Präzision erfordern oder das Fachwissen des Arztes unnötig binden würden.

Der Roboter übernimmt daher eine assistierende Tätigkeit und liefert dem Arzt sowie dem Patienten gleichermaßen einen großen Mehrwert. In Deutschland befinden sich derzeit sogar fünf fortschrittliche Roboter-Ärzte im Einsatz. Einer von diesen unterstützt die Ärzte im Bundeswehrkrankenhaus in Ulm. Der sogenannte „Da Vinci Xi“ übernimmt dabei die Tätigkeit eines medizinischen Assistenten. Sämtliche Entscheidungen werden aber noch immer von einem erfahrenen Menschen getroffen.

Roboter-Augenärzte in der Praxis

Auch in der Augenheilkunde kommen immer häufiger Roboter zum Einsatz. Der modernste Roboter-Augenarzt befindet sich in Oxford. Dort wurde erst kürzlich der erste Mensch ausschließlich durch den Einsatz des Roboter-Augenarztes erfolgreich behandelt. Der 70-jährige katholische Priester war aufgrund einer schweren Erkrankung auf einem Auge erblindet.

Die zur Heilung notwendige Behandlung konnte jedoch von keinem menschlichen Arzt durchgeführt werden, da diese das Arbeiten auf einer Membran mit einer Dicke von einem hunderttausendstel Millimeter erforderte. Lediglich der mikroskopisch kleine Roboter konnte die Netzhaut des Patienten entfernen, ohne diese dabei zu beschädigen. Direkt nach der Behandlung kehrte das Augenlicht des Priesters wieder vollständig zurück. Aus diesem Grund wird dieses Ereignis aktuell als größte Errungenschaft der modernen medizinischen Robotik betrachtet.

Heutzutage werden Roboter vor allem bei chirurgischen Eingriffen eingesetzt. Unter anderem unterstützen sie dadurch den Arzt bei der Korrektur eines Schielfehlers, der Operation von Grünem sowie Grauem Star und bei der Netzhautablösung. Letztlich konnten sie ebenfalls bei der operativen Korrektur einer Kurz- oder Weitsichtigkeit erfolgreich eingesetzt werden.

Zahlreiche moderne Modelle sind derzeit in Entwicklung

Die Entwicklung von Roboter-Ärzten und Roboter-Augenärzten ist jedoch noch lange nicht abgeschlossen. Insbesondere die künstliche Intelligenz stellt in diesem Zusammenhang ein wichtiges Thema dar. Zukünftige Modelle sollen in der Lage sein, nicht nur ferngesteuert, sondern auch eigenständig agieren zu können. Dafür ist es jedoch erforderlich, dass diese zu jedem Zeitpunkt die richtigen Entscheidungen treffen.

Weiterhin werden vielfältige medizinische Roboter an den informatischen Fakultäten der Universitäten auf der ganzen Welt erforscht. Auch kommerzielle Unternehmen beteiligen sich an der Forschung. Die Universität Eindhoven entwickeln derzeit einen noch schnelleren Roboter, der Augenoperationen mit einer enormen Präzision durchführen kann. Die Besonderheit dieses Modells besteht darin, dass die von dem mikroskopischen Roboter ausgeführten Aktionen in haptische Signale umgewandelt sowie verstärkt werden. Auf diese Weise wird den Chirurgen eine noch präzisere Vorgehensweise ermöglicht, da diese nun auch ein haptisches Feedback während der Operation erhalten.