Realistische Erwartungshaltung: Nicht jeder Patient eignet sich für eine Lasik-Op

Hinter dem kryptischen Begriff „Laser-in-situ-Keratomileusis“ – kurz „Lasik“ – verbirgt sich ein operativer Eingriff, der mittlerweile zum täglichen Brot vieler Augenkliniken gehört. Die mit Abstand am weitesten verbreitete Methode der so genannten refraktiven Chirurgie kann – eine grundsätzliche Eignung des Patienten vorausgesetzt – die Brille oder die Kontaktlinsen tatsächlich überflüssig machen. Die Korrektur kann bei Kurzsichtigkeit bis maximal −10 Dioptrien, bei Weitsichtigkeit bis maximal +4 Dioptrien und/oder bei Astigmatismus bis maximal 5 Dioptrien angebracht sein.

Der behandelnde Arzt trägt dabei mit einem feinen Laser Gewebeschichten der Hornhaut ab, wodurch eine Änderung der Hornhautkrümmung erreicht wird. Im Idealfall erhält der Patient schnell und vergleichsweise schmerzfrei eine bessere Sicht – eine Verlockung, die Jahr für Jahr immer mehr Patienten zu einer entsprechenden Investition bewegt. Die Krankenkassen tragen die Kosten zwischen 1500 uns 5000 Euro nicht.

Die Kehrseite des Trends: Mit der steigenden  Anzahl der Eingriffe wächst auch die Anzahl der unzufriedenen Patienten, die ihrem Ärger beispielsweise in Internetforen freien Lauf lassen. Viele Menschen kommen allerdings erst gar nicht für einen solchen Eingriff ins Frage: Sowohl unter dem 18. Lebensjahr, als auch im fortgeschrittenen Alter weist die Hornhaut keine optimalen Rahmenbedingungen für die Korrektur auf. Auch sehr hohe Dioptrien-Werte sind eine klare Kontraindikation.

Patienten mit einer vorgeschädigten oder zu dünnen Hornhaut sowie sehr großen Pupillen werden von fachkundigen Spezialisten ebenfalls nach Hause geschickt. Schließlich gibt es bestimmte Arten von Sehschwächen, die unabhängig von ihrer Ausprägung gar nicht durch Lasik korrigiert werden können: Hat das Gehirn beispielsweise ein Auge im Rahmen einer so genannten Amblyopie „ausgeschaltet“, helfen keine Veränderungen der Hornhautbeschaffenheit – das Bildsignal kommt erst gar nicht an.

Vielfach wird die hohe Erwartungshaltung der Betroffenen, die in Lasik einen Allheilsbringer sehen, binnen kürzester Zeit im Keim erstickt. Das Aufzeigen eines möglichst realistischen Erwartungshorizonts spricht allerdings klar für den verantwortlichen Augenarzt, was am Ende des Tages sicherlich im Sinne des Patienten ist.