Pseudophakie: Definition, Einsatz & Ursachen

Pseudophakie

Als Pseudophakie wird der Ersatz der natürlichen Linse des Auges durch eine Kunstlinse bezeichnet. Diese Kunstlinse wird häufig bei fortgeschrittenem grauen Star (Katarakt), diabetischer Retinopathie oder einer starken Fehlsichtigkeit eingesetzt, um die Sehfähigkeit wiederherzustellen.

Gründe für eine Pseudophakie

Der häufigste Grund für den Einsatz einer Kunstlinse ist ein ausgereifter grauer Star (Katarakt). Dabei kommt es zu einer langsamen, über Jahre und Jahrzehnte verlaufenden Eintrübung der natürlichen Augenlinse. Ist diese so stark, dass es zu starken Seheinschränkungen kommt, ist ein operativer Eingriff (Karaktoperation) die einzige Behandlungsoption. Dabei wird eine Intraokularlinse (Kunstlinse) anstelle der getrübten, körpereigenen Augenlinse ins Auge eingesetzt.

Eine weitere Erkrankung, bei der es zum Einsatz einer Kunstlinse kommt, ist die diabetische Retinopathie. Zur Verlaufsbeobachtung der Erkrankung kann es erforderlich sein, eine Kunstlinse einzusetzen, um einen ungetrübten Blick auf die hinteren Augenabschnitte zu erlangen.

Inzwischen stellt die Pseudophakie auch eine Behandlungsmöglichkeit bei fortgeschrittener Kurzsichtigkeit dar. Dort wird sie als Alternative zur LASIK-Methode eingesetzt. Dabei wird die Kunstlinse unter Erhalt der körpereigenen Linse ins Auge implantiert und korrigiert die Fehlsichtigkeit dauerhaft. Diese Behandlungsmöglichkeit eignet sich vor allem für Menschen, die entweder aufgrund einer starken Fehlsichtigkeit oder anderer Kontraindikationen nicht für die LASIK geeignet sind.

Formen einer Kunstlinse

Es gibt unterschiedliche Formen einer Kunstlinse. Vorzugsweise wird diese als Hinterkammerlinse (HKL) an die Stelle der natürlichen Augenlinse implantiert. Ist dies aus unterschiedlichen Gründen nicht möglich, wird eine Vorderkammerlinse (VKL) in das Auge des Betroffenen eingesetzt.

Zusätzlich gibt es die Möglichkeit, Kunstlinsen unter Erhalt der körpereigenen Linse zu implantieren. Dabei wird eine eine Kontaktlinse (ICL) zusätzlich zu normalen Augenlinse direkt ins Auge eingesetzt und korrigiert die bestehende Fehlsichtigkeit dauerhaft.

Zudem kann man die Kunstlinsen nach optischen Eigenschaften unterteilen: eine monofokale Linse eignet sich für die scharfe Darstellung in Nähe oder Ferne, eine multifokale Linse für die scharfe Darstellung in Nähe und Ferne, eine torische Linse für die Korrektur einer Hornhautverkrümmung und eine akkommodative Linse ahmt die Anpassung der Brechkraft der natürlichen Linse nach.

Pseudophakie mit Nachstar

Bei einer Kataraktoperation wird die natürliche Linsenkapsel des Auges erhalten, um die Kunstlinse an die gleiche Stelle einsetzen zu können. In seltenen Fällen kann es dabei im Nachhinein zu dem Phänomen des Nachstars kommen. Verbliebene Linsenepithelzellen wachsen unkontrolliert durch den Kontaktverlust mit der körpereigenen Linse und führen zu einer Eintrübung der Linsenkapsel. Je jünger die Patienten sind, umso ausgeprägter kann diese Komplikation auftreten. Die Behandlung einer Pseudophakie mit Nachstar kann sowohl durch eine sog. YAG Laser-Kapsulotomie als auch chirurgisch durch einen erneuten Linsentausch erfolgen.

Pseudophakie: Definition, Einsatz & Ursachen
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