Preis der Computerarbeit? Immer mehr Menschen sind kurzsichtig

Ob andauernde Bildschirmarbeit den Augen nachhaltig schaden kann, bleibt auch weiterhin Gegenstand anhaltender Diskussionen in der Medizin. Heute wissen wir, dass übermäßiger PC- und Fernsehkonsum zumindest temporäre Beschwerden hervorruft, die von trockenen Augen bis hin zu starken Kopfschmerzen reichen können. Ein Grund dafür ist beispielsweise die verminderte Blinzelfrequenz, die wir beim fortwährenden Bildschirmstarren an den Tag legen.

Doch begünstigt häufige PC-Arbeit tatsächlich auch eine dauerhaft manifestierte Sehschwäche? Aktuell lässt sich dies zumindest nicht ausschließen. So hat beispielsweise die Auswertung von 40 internationalen Studien ergeben, dass die Fälle von Kurzsichtigkeit weltweit weiter zunehmen. Aktuell ist bereits jeder dritte Europäer kurzsichtig.

Wird die genetische Prädisposition für unsere Augen tatsächlich immer schlechter? Nein, eher liegt es an den veränderten Lebensumständen der modernen Gesellschaft: Schon heute ist der Computer für über 21 Millionen Arbeitnehmer in Deutschland ein unabdingbares Werkzeug bei der täglichen Arbeit. Rund 70 Prozent der 25- bis 54-jährigen verbringen täglich einen Teil ihrer Arbeitszeit vor dem Bildschirm. Bei den über 55-jährigen Arbeitnehmern liegt die Quote schon bei etwa 60 Prozent – und die Tendenz steigt mit stetigem technischen Fortschritt weiter an. Zuletzt verlagerte sich der Bildschirmkonsum verstärkt in Richtung Tablets und Smartphones, die aufgrund ihrer kompakten Abmessungen die Augen vor eine noch größere Herausforderung stellen.

Der Tübinger Professor Dr. Frank Schaeffel konnte bereits 1999 nachweisen, dass verstärkte Bildschirmarbeit das so genannte Längenwachstum des Auges fördert. Dieses wiederum begünstigt die Entstehung von Kurzsichtigkeit, die durch eine Brille, Kontaktlinsen oder – zurzeit immer häufiger – durch eine Lasik-Operation korrigiert wird.