Potenzmittel: Nebenwirkungen für die Sehkraft möglich

Eine lange Zeit war der Konsum von Potenzmittel ein absolutes Tabuthema. Mittlerweile geht die Gesellschaft deutlich offener damit um, was sich im Absatz entsprechender Mittel widerspiegelt. Ganze vorne dabei ist die Marke Viagra, die den Markt vor mehr als 18 Jahren begründete. Seither hat sich die blaue Pille zum Symbol eines zweiten sexuellen Frühlings gemausert. Mehr als 1,8 Milliarden Tabletten gingen bis 2013 über die Ladentheken in die Hände von 35 Millionen Männern. Die Wirkung und Nebenwirkung von Viagra & Co. sind mittlerweile gut erforscht. Gegen den Konsum spricht daher erstmals nichts – solange die Vorgaben der jeweiligen Packungsbeilage erfüllt und die Warnzeichen des eigenen Körpers geachtet werden. 



Nebenwirkungen wie (zu) lange Erektionen haben sich herumgesprochen. Weniger bekannt ist die Idee, dass der Wirkstoff Sildenafil auch Sehstörungen hervorrufen kann. Sildenafil sorgt für die Weitung der Blutgefäße, was für den potenzsteigenden Effekt eine Grundvoraussetzung darstellt. Gleichzeitig kann der Stoff auch ein Enzym blockieren, das unsere Augen für die Weiterleitung der Bildsignale von der Netzhaut ins Gehirn erfordern. Als Folge dieser Blockierung können die Sehkraft im Allgemeinen sowie die Farbwahrnehmung gestört werden. 



Studien fanden heraus, dass Männer mit einer bestimmten Genmutation besonders anfällig für die beschriebene Nebenwirkung sind. Eine solche Konstellation betrifft Schätzungen zufolge etwa jeden 50. Mann. Ob Sie betroffen sind, können Sie ohne einen aufwendigen Gentest nicht herausfinden. Viagra-Konsumenten sollten dementsprechend genau darauf achten, ob die Einnahme in irgendeiner Form ihre Sehkraft beeinträchtigt. Sollte dies der Fall sein, ist eine sofortige Konsultation mit dem behandelnden Arzt ratsam. Dies gilt übrigens auch bei Potenzstörungen im Allgemeinen, die beispielsweise ein Symptom von Herzschwäche oder Diabetes darstellen können. Noch immer meiden viele Menschen aus Schamgefühl den Gang zum Arzt und beziehen entsprechende verschreibungspflichtige Medikamente über graue Kanäle im Internet.