Naturheilverfahren bei Augenleiden – zu schön, um wahr zu sein?

Alles bio, alles grün – nicht nur in der Ernährung ist der Trend zu mehr Ursprünglichkeit und Natürlichkeit allgegenwärtig. Auch die Naturheilkunde erlebte in den letzten Jahren einen starken Zuspruch, obwohl die Schulmedizin weiterhin energisch auf die Tatsache hinweist, dass bei sehr vielen Behandlungsansätzen belastbare Studien zur Wirksamkeit fehlen.
„Überzeugungstätern“ tut dies keinen Abbruch: Homöopathie, aber auch einfache Hausmittelchen aus Großmutters Fundus erfreuen sich großer Beliebtheit. In einschlägigen Internetforen tauscht sich dazu eine immer größer werdende, gut vernetzte Szene aus.

Wie steht es um das Thema Augen-Naturheilkunde? Wer einen Heilpraktiker bezüglich eines Augenleidens konsultiert, bekommt beispielsweise die Akupunktmassage nach Penzel verschrieben. Diese auf der klassischen Akupunktur-Lehre basierende Methode soll bestimmte „Energien“ zum Fließen bringen. Alternativ kommt womöglich eine Aromatherapie in Frage, bei der bestimmte Essenzen (z.B. aus Rosmarin) die Durchblutung anregen und somit Sehschwächen entgegenwirken sollen.
Deutlich komplexer sind die Themenblöcke Heilpflanzen und Homöopathie. Bei der letzteren werden je nach Indikation D4-Globuli (u.a. bei Überanstrengung der Augen) oder das alternativmedizinische Arzneimittel Hepatodoron (u.a. bei anhaltenden Augenrötungen) verschrieben.

Im Bereich der Heilpflanzen vertrauen Naturheilkundler unter anderem auf Kokablätter, Curcumawurzelstock, Haselwurzwurzel und Kalarbarbohne. Deutlich verbreiteter ist die Anwendung von Augentrost (Euphrasia officinalis). Womöglich werden die beschriebenen Behandlungsansätze mit der Gabe von Vitaminen (Vitamin A und Zink für die Netzhaut, C für die Linse) kombiniert.
Je nach Kombination und Ansatz darf man bestimmten alternativmedizinischen Behandlungsansätzen bei Augenproblemen eine gewisse Wirkung keineswegs absprechen. Dennoch ist jeder Patient gut beraten, zunächst einen Facharzt für Augenheilkunde zu konsultieren und mit diesem im nächsten Schritt abzustimmen, ob bestimmte Alternativbehandlungen ausprobiert werden dürfen oder nicht.