Nachtblindheit: Was steckt dahinter?

Viele Menschen aller Altersstufen kennen das Phänomen: Sobald Mutter Natur das Dämmerlicht über die Welt legt, fällt einem die optische Wahrnehmung zunehmend schwieriger. Vergleichsweise selten müssen solchen Wahrnehmungsschwierigkeiten tatsächlich eine Nachtblindheit bedeuten. Vorsorglich sollten Sie jedoch gerade dann, wenn Sie im Straßenverkehr unterwegs sind, Ihren Augenarzt konsultieren.

Bei der Nachtblindheit ist die Anpassungsfähigkeit des Auges (sog. „Adaption“) an das Dämmerlicht eingeschränkt oder gar vollständig nicht vorhanden. Konkret entsteht diese partiell-funktionale Sehbehinderung durch eine Funktionsstörung oder den Ausfall der Stäbchen. Dahinter verbergen sich Fotorezeptoren in der Netzhaut unseres Auges, die speziell dem Sehen bei geringer Helligkeit (Skotopisches Sehen) dienen.

Die Nachtblindheit kann sowohl angeboren, als auch im Lebensverlauf erworben werden. Zu den so genannten „essentiellen“ (angeborenen) Formen zählt beispielsweise das Oguchi-Syndrom. Verschiedene Erkrankungen des Sehapparats, vor allem aber ein Vitamin-A-Mangel können derweil dazu führen, dass ein ursprünglich kerngesundes Auge nachtblind wird. In seltenen Fällen kann eine entsprechende Indikation den Beginn einer Hereditären Netzhautdystrophie (Retinopathia pigmentosa) anzeigen.

Die Überprüfung des Anfangsverdachts geht mit verschiedenen Geräten (Mesoptometer oder Nyktometer) vonstatten, die die Sehfähigkeit des Auges bei geringer Beleuchtung auf den Prüfstand stellen. Sämtliche Checks sind schmerzfrei und schnell erledigt.

Während ein Vitamin-A-Mangel behandelbar ist, lassen sich die anderen Ursachen für eine Nachtblindheit bis heute leider nicht ausmerzen. In enger Abstimmung mit dem Augenarzt ist im Falle einer solchen Diagnose insbesondere abzustimmen, in wieweit man als Betroffener noch am Straßenverkehr in den Abendstunden teilnehmen darf.