Mythos oder wichtiger Ratschlag: Wie schädlich ist Lesen mit wenig Licht?

Nicht nur Heranwachsende kennen die Mahnung, dass man tunlichst nicht bei schwachem Licht lesen oder fernsehen sollte. Der Mythos: Die eingeschränkten Lichtverhältnisse tragen zur Schädigung der Sehkraft bei – irgendwann bräuchten Betroffene unausweichlich eine Lesebrille, heißt es vielfach. Doch tatsächlich handelt es sich hierbei einmal mehr um einen weit verbreiteten Irrglauben.

Um es vorweg auf den Pukt zu bringen: Lesen oder fernsehen im Dunkeln bzw. bei nur schwachem Licht strengt unsere Augen überdurchschnittlich an. Vielfach kommt es im Zuge dessen zu einem Brenngefühl und Kopfschmerzen. Nach Möglichkeit sollte man dies – ob als Kind oder Erwachsener – stets vermeiden. Bleibende Schäden für die Sehkraft können in diesem Zusammenhang allerdings nicht entstehen. Der Hintergrund: In der Netzhaut unserer Augen finden sich so genannte Stäbchen und Zapfen, die über das „Sehpurpur“ Rhodopsin das Hell-Dunkel-Sehvermögen steuern. Fällt Licht auf die Netzhaut, zerfällt das Rohdopsin schnell. Die Empfindlichkeit der besagten Stäbchen reduziert sich infolgedessen.

Daneben vergrößern sich unsere Pupillen in der Dunkelheit, was zu einer Verschlechterung der Tiefenschärfe führt. Das Erkennen von Buchstaben im Buch oder Bildern auf dem Fernseher fällt uns dann merklich schwerer. Im Ergebnis ermüden die Augen schneller – je nach Person und Alter mal mehr, mal weniger. Dazu gesellen sich Kopfschmerzen durch das deutlich erhöhte Maß an Konzentration. Diese Effekte sind allesamt temporär – spätestens am nächsten Morgen sind sie in der Regel verflogen. Für eine organische Schädigung der Augen liegen bis heute keinerlei wissenschaftlicher Erktnenisse vor, betonen renommierte Mediziner immer wieder.

Das Gleiche gilt übrigens auch für das Lesen bei (sehr) geringem Abstand unter guten Lichtverhältnissen. Derweil gilt es als erwiesen, dass bereits bestehende Sehfehler durch schwache Lichtverhältnisse deutlicher hervorkommen können. Experten empfehlen Heranwachsenden dementsprechend möglichst mehrere Stunden täglich im natürlichen Tageslicht zu verbringen.