Mythos: Haben Asiaten ein eingeschränktes Sichtfeld?

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Wer an Asien denkt, denkt ziemlich schnell auch an die charakteristische Augenform. Asiatische Augen bezeichnet man auch als mandelförmigen Augen oder „Epikanthus medialis“, dem Fachbegriff für die sichelförmige Hautfalte der Asiaten. Diese Hautfalte, die stellenweise auch als Epikanthus-Falte oder doppelte Lidfalte bekannt ist, ist von Südkorea über Japan bis hin nach Vietnam bei vielen Völkern Asiens vorzufinden.

Woher kommt die Annahme?

Woher der Unterschied bei der Augenform genau ruht, lässt sich bis heute nur erahnen. Man geht davon aus, dass es etwas damit zu tun hat, dass die Vorfahren der heutigen Asiaten in klimatisch ungünstigen Gegenden gelebt haben. Eine engere Lidspalte verschaffte Ihnen einen genetischen Vorteil gegenüber starker Sonneneinstrahlung und den herrschenden Windverhältnissen.

So ist sich die Wissenschaft einig, dass sich die doppelte Lidfalte im Laufe der Evolution als besonders nützlich erwiesen und sich damit im jeweiligen Genmaterial manifestiert hat. Die Entstehung beschränkte sich dabei nicht nur auf den asiatischen Raum: Auch Völker in Amerika, Südafrika und gar Nordeuropa wiesen und weisen teilweise bis heute jene Merkmale an den Augen auf. Beispielsweise ist das Phänomen Epikanthus mediali noch heute bei weiten Teilen der finnischen Bevölkerung verbreitet.

Asiatische Augen

Bei Kleinkindern mit Epikanthus mediali kann bis zum zweiten oder dritten Lebensjahr der kosmetische Eindruck eines Innenschielens entstehen, was insbesondere bei horizontalen Blickbewegungen sichtbar wird. Hierbei handelt es sich um eine ungefährliche, temporäre Täuschung, die in der Regel mit der zunehmenden Ausbildung des Nasenrückens verschwindet.


Das asiatische Schönheitsideal

Die Wahrnehmung der mandelförmigen Augenform unterscheidet sich heutzutage von Kontinent zu Kontinent deutlich. Für Europäer erscheint das asiatische Auge deutlich verengt und damit kleiner als in unseren Breitengraden üblich. Asiaten wiederum haben ihren Fokus nicht auf die sogenannte Mongolenfalte im Innenwinkel des Auges. Stattdessen unterscheiden sie zwischen Augen mit einer Oberlidfalte sowie Augen mit doppelter Oberlidfalte, wie sie den westlichen Völkern zugeschrieben wird. Letzteres gilt in Asien als Schönheitsideal, da es einen wacheren, freundlicheren Gesichtsausdruck eröffnen soll. Doppelte Lidfalten werden heute in Ländern wie Südkorea temporär aufgeklebt oder aufgemalt, sowie immer häufiger auch durch plastische Operationen dauerhaft herbeigeführt.

Sehen Asiaten nun weniger?

Auch wenn die Augen asiatischer Menschen deutlich enger erscheinen, sie haben dadurch keineswegs einen eingeschränkten Sichtbereich. Im Gegenteil, sie sehen genauso viel wie westliche Völker.

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