Mit der Kraft der Natur: Kornblume soll Augenleiden lindern

Naturheilverfahren im augenärztlichen Kontext sind vielfach besonders umstritten: Den meisten pflanzlichen Behandlungsansätzen fehlt wie so häufig eine belastbare wissenschaftliche Basis zum Nachweis der Wirkung. Bei der Kornblume – auch als „Zyane“ bezeichnet – ist die Kritik nicht so laut: Bereits im alten Griechenland wurde die Pflanze zur Linderung unterschiedlichster Beschwerden, darunter wahrscheinlich auch Augenleiden, verwendet.

Der Überlieferung nach heilte die Kornblume einst die berühmte verwundete Ferse des Achilles. Neben ihrer positiven Einwirkung auf Wundheilung soll sie die Heilung von Magen- und Darmbeschwerden, Rheuma, Schuppen, Entzündungen im Mundraum, Akne und Kopfschmerzen begünstigen. Bereits seit langer Zeit wird die Kornblume in Form des Kornblumentees bei Augenentzündungen, übermüdeten Augen sowie Augenringen eingesetzt. Dabei wird der abgekühlte Tee gut gefiltert als Spülung direkt über das Auge gegossen.

Eine lange Zeit galt das Gewächs in der Landwirtschaft als unnützes Unkraut. Durch den fortwährenden Einsatz von Unkrautbekämpfungsmittel schrumpften die Bestände nachhaltig, so dass man die Zyane heute nur noch selten in der freien Natur vorfindet. So wird die Blume mit den leuchtend blauen Blüten in diesen Tagen vermehrt in privaten Gärten gepflanzt. Anhänger von Naturheilkundeverfahren benutzen sie insbesondere als Zutat für Hustentees.

Im Mittelalter ging man davon aus, dass die Kornblume die Pest bekämpfen konnte. Aus Aberglaube durfte man die Pflanze damals nicht mit ins Haus bringen, da sie angeblich das Brot schimmelig machte. Damit nicht genug, konnte man aus ihr durch das Vermischen mit Auenwasser einen tintenartigen Farbstoff herstellen – eine echte Wundertüte, die Kornblume. Doch so wirksam oder unwirksam sie am Ende des Tages auch sein mag, kann sie genauso wie andere Heilpflanzen den Gang zum Augenarzt keineswegs ersetzen.