Mikrochips und Biosensoren läuten nächste Generation der Augenheilkunde ein

Was vor wenigen Jahren noch nach Science-Fiction-Phantasien klang, wird in diesen Tagen mehr und mehr zur Realität: Mikrochips, die mit dem bloßen Augen kaum noch zu erkennen sind, sowie spezielle Biosensoren begründen ein Ersatzteillager für den menschlichen Körper, das sich die Fachwelt vor zehn Jahren kaum erträumen konnte. Die allgegenwärtige Miniaturisierung im High-Tech-Bereich ermöglicht schon heute die Fertigung komplexer Prozessoren, die beispielsweise im Auge implantiert werden können. Auf einer Fläche, die dem Querschnitt eines menschlichen Haares entspricht, werden dazu bis zu 100.000 Schaltungstransistoren platziert. Die Technik wird dabei derart komprimiert, dass man nur noch über spezielle Hochleitungsmikroskope etwas erkennen kann. 



Im Hinblick darauf ist es möglich, dass solche Mikrochips einzelne, defekte Sehzellen des Auges gezielt ersetzen. Einmal in die Retina eingepflanzt, docken diese an die vorhandene, natürliche Bildkommunikation zwischen Auge und Gehirn an. Die Netzhaut wird dabei mit seichten elektrischen Impulsen stimuliert und wiedererweckt – Blinde können im Zuge dessen zum ersten Mal Konturen erkennen, stellenweise gar Gesichter und Objekte unterscheiden. Derweil entwickeln mehrere Unternehmen Kontaktlinsen, die Vitalwerte des Körpers über die Tränenflüssigkeit feststellen können. 



Eine besondere Herausforderung für solche Vorhaben stellt die Energieversorgung dar. Da kein Patient aus dem Körper herausragende Kabel akzeptieren wird, muss der Strom drahtlos zugeführt werden. Letzteres ist bereits heute möglich, jedoch noch deutlich verbesserungswürdig. 



Fest steht jedenfalls, dass von diesen technischen Errungenschaften nicht nur Blinde und Sehbehinderte profitieren werden – auch Morbus-Parkinson- und Alzheimerbetroffene dürfen auf eine Aufwertung der Lebensqualität hoffen. Schließlich ist die letzte große Bastion der Forscher die Heilung von Querschnittslähmungen, wo die High-Tech-Medizin noch vergleichsweise am Anfang steht.