Mehr Durchblick auf der Piste: Spezialhelme sollen Wintersport sicherer machen

Seit Jahren kennen die Zahlen des europäischen Wintersports nur eine Tendenz: Nach oben. Auch die zuletzt eher schwierigen, übermäßig warmen Winter konnten dieser Entwicklung keinen Abbruch tun – immer mehr Menschen frönen den Bergen mit ihren Skiern und Snowboards. Erstaunlich: Die Anzahl der behandlungsbedürftigen Sportverletzungen, die aus dem Wintersport resultieren, ist derweil rückläufig. Nach einem kurzzeitigen Ausschlag nach oben in der Saison 2009/10 hat sich die Anzahl der deutschen Wintersportler, die sich eine Verletzung zugezogen haben, bei etwa 42.000 pro Jahr eingependelt.

Dieser positive Trend kann durch eine Vielzahl von Maßnahmen erklärt werden, so unter anderem eine verstärkte Sensibilisierung der Sportler, sicherere Pisten sowie eine bessere Ausbildung von Anfängern. In den kommenden Jahren könnte intelligentes, digitales Skiequipment für eine weitere Reduzierung der Unfälle sorgen – allem voran Helme und Spezialbrillen, die Informationen und Warnungen direkt in das Sichtfeld des Trägers projizieren.

Bereits kleine Verbesserungen des Wintersportalltags könnten dazu beitragen. Ein klassisches Beispiel: Das klingelnde Handy, das auch auf der Piste gefährlich ablenken kann. In naher Zukunft werden eingehende Anrufe im Sichtfeld der Skibrille angezeigt. Der Träger kann diese durch Gesten annehmen oder ablehnen, ohne dass der Blick von der Piste weichen muss. Die Verbindung mit einem GPS-fähigen Smartphone in der Hosentasche könnte im nächsten Schritt auch zur Navigation durch unwegsame Strecken genutzt werden.

Andere Änderungen können noch viel simpler zur Sicherheit im Wintersportgebiet beitragen: Aktuell geht der Trend bei Skibrillen zu noch dünneren Rahmen und mehr Glas, wodurch das Sichtfeld vergrößert werden kann. Je mehr der Sportler sieht, desto eher kann er auf nahende Gefahren reagieren und ausweichen – eine naheliegende Gleichung, die auch der Deutsche Skiverband (DSV) begrüßt. Derweil werden moderne Skihelme durch neuartige Materialien immer leichter, was den Tragekomfort nachhaltig erhöht. Ausreden beim Fahren ohne Helm sollten damit noch seltener werden, erhoffen sich nicht zuletzt die Betreiber von Wintersportanlagen.