Machen Nahrungsergänzungsmittel für Augen Sinn?

In den letzten Jahren waren Nahrungsergänzungsmittel aus der Drogerie und der Apotheke immer wieder ein gefundenes Fressen für die Presse: Bringt es was, Vitamin C oder Karotin in Pillenform einzuschmeißen? In den meisten Fällen lautete das Fazit „Nein!“, da wir über unsere Nahrung bereits eine ausreichende Versorgung gewährleisten können. Dem Absatz entsprechender Produkte scheint diese Erkenntnis keinen großen Abbruch getan zu haben – ganz im Gegenteil.

Mittlerweile entdeckt man immer häufiger auch Nahrungsergänzungsmittel in den Regalen, die speziell für die Nährstoffversorgung der Augen abgestimmt sein sollen. Verschiedene Mineralstoffe, Vitamine, Carotin oder Erzeugnisse aus der Heidelbeere sollen die Sehkraft konservieren und gar nachhaltig aufwerten. Die Meinung der Mediziner fällt deutlich aus: Ohne wissenschaftliche Beweise handelt es sich um haltlose Werbeversprechen.

Dieses ernüchternde Fazit unterstützt auch ein großangelegter Test der Zeitschrift „Öko Test“ aus dem Jahr 2010. Damals wurden 12 Produkte, die die Sehkraft stärken und beispielsweise altersbedingten Veränderungen am Auge entgegenwirken sollen, auf den Prüfstand gestellt. Das Ergebnis: Die besten Produkte im Rennen konnten gerade einmal die Note „Mangelhaft“ erreichen. Der Rest wurde mit „Ungenügend“ in die Schranken verwiesen. Auch „Öko Test“ führte an, dass nach dem heutigen Stand der Augenheilkunde kein Beweis für eine Verbesserung der Sehkraft durch Nahrungsergänzungsmittel vorliegt.

Eine mögliche Ausnahme ist die so genannte Nachtblindheit, die tatsächlich durch einen anhaltenden Vitamin-A-Mangel erworben werden kann. Ein solcher ist bei der heutigen Ernährung allerdings sehr unwahrscheinlich. Liegt dennoch ein entsprechender Verdacht nahe, sollte der Betroffene zunächst seinen Augenarzt konsultieren und nicht auf frei verkäufliche Vitamintabletten aus der Drogerie vertrauen.