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Zurückklappen des Flaps bei der Epi-LASIK

In den meisten Fällen verlaufen Laseroperationen, mit denen der Augenarzt eine Fehlsichtigkeit des Auges korrigiert, ohne Komplikationen. Das gilt für rund 99,5 Prozent der Patienten, die sich mit einem der millionenfach erprobten Verfahren behandeln lassen. Wenn in seltenen Fällen einmal Schwierigkeiten auftauchen, dann haben sie zumeist mit dem so genannten Flap zu tun. Mit diesem Begriff umschreiben der Augenarzt und der Optiker eine Hornhautlamelle, die durch einen zuvor erfolgten Einschnitt entstanden ist. Dieser Flap wird zur Seite geschoben, damit der Augenarzt mit dem Laserstrahl den zu behandelnden Teil des Gewebes erreichen kann. Je nachdem, welche Lasertechnik zum Einsatz kommt und wie stark der Korrekturbedarf im Auge des Patienten ist, muss der Schnitt relativ tief in die Hornhaut hineingehen. Darin liegt ein Grund für mögliche Komplikationen, auch die Wundheilung nach dem Eingriff verläuft nicht immer reibungslos. Nachdem der Laserstrahl die erforderlichen Korrekturen an der Brechkraft der Linse vorgenommen haben, klappt der operierende Augenarzt den Flap wieder zu. In den meisten Fällen genügt es, sanft darüber zu streichen, so dass die Schnittwunde wieder geschlossen ist. Bei empfindlichen Patienten oder wenn nicht alles ganz optimal verläuft, können hier Probleme auftauchen.

OP ohne chirurgischen Schnitt

Für viele Fehlsichtige, die mit ihrem Augenarzt oder Optiker über die Möglichkeiten einer Laser-OP sprechen, sind Alternativen interessant, bei denen das Zurückklappen des Flaps entfällt. Dies ist bei der Epi-LASIK der Fall. Hier ist im Rahmen des Eingriffs kein chirurgischer Schnitt erforderlich. Vielmehr wird das Ephitel vorsichtig beiseitegeschoben. Dabei handelt es sich um das Deckhäutchen, das ganz oben auf der Hornhaut zu finden ist. Der Augenarzt muss also, nachdem der Einsatz des Lasers beendet ist, keinen Flap zurückklappen, sondern lediglich das Ephitel wieder in seine ursprüngliche Position bringen. Das Deckhäutchen bildet auf diese Weise eine Art Deckel über der Wunde, so dass das Risiko von Infektionen und anderen Komplikationen deutlich herabgesetzt ist.

Schnelle Regeneration der Hornhaut

Viele Interessenten, die mit ihrem Augenarzt oder Optiker die Vor- und Nachteile verschiedener OP-Methoden diskutieren, empfinden die Epi-LASIK als besonders ansprechend. Zum guten Ruf dieses Verfahrens trägt die schnelle Regeneration der Hornhaut bei, deren oberste Schicht schon nach etwa drei bis vier Tagen wieder intakt ist. Die meisten Patienten berichten ihrem Augenarzt oder Optiker von nur sehr geringen Schmerzen in der ersten Zeit nach dem Eingriff.

Für wen die die Epi-LASIK in Frage kommt

Dass auf einen Schnitt und das Zurückklappen des Flaps bei der Epi-LASIK verzichtet werden kann, ist sicherlich der wichtigste Vorteil dieser Methode. Ihm steht allerdings auch zumindest ein Nachteil gegenüber: Das Verfahren kann nicht bei jedem Patienten eingesetzt werden. Wer sich für eine Korrektur seiner Weitsichtigkeit interessiert, muss zwingend Ausschau nach einer anderen Lösung halten. Diese Art von Fehlsichtigkeit lässt sich nämlich mit der Epi-LASIK nicht ausgleichen. Auch wenn eine Kurzsichtigkeit von mehr als sechs Dioptrien vorliegt und sich wegen einer Hornhautverkrümmung ein Korrekturbedarf von mehr als drei Dioptrien ergibt, muss der Augenarzt ein anderes Verfahren wählen. Es lässt sich also nicht pauschal sagen, welche Operationsmethode die beste ist. Die Antwort auf die Frage, wie sich das Sehvermögen optimieren lässt, müssen der Augenarzt und der Optiker in jedem Einzelfall gemeinsam mit dem Patienten finden.