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Ziliarkörper

Der Ziliarkörper, der auch als Strahlenkörper bezeichnet wird, gehört zur mittleren Augenhaut und erfüllt im Zusammenhang mit dem Sehen viele wichtige Aufgaben. Wenn Ihr Optiker oder Augenarzt Ihnen den Aufbau des menschlichen Auges erläutert, dann verweist er vor allem auf zwei Funktionen des Ziliarkörpers. Zum einen ist er für die Aufhängung der Linse zuständig, zum anderen hat er entscheidenden Einfluss auf die Akkommodation. Mit diesem Fachbegriff umschreiben Augenärzte und Optiker die Fähigkeit des Auges, seine Brechkraft dynamisch anzupassen. Das ist erforderlich, um Gegenstände in unterschiedlichen Entfernungen scharf abbilden zu können. Egal in welchem Winkel die Lichtstrahlen auf das Auge treffen – sie müssen stets so gebrochen werden, dass sich ihr Brennpunkt anschließend in der Mitte der Netzhaut bildet. Nur dann ist wirklich scharfes Sehen möglich.

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Der Ziliarkörper passt die Brechkraft der Linse an

Ein gesundes Auge ist in der Lage, die Form der Linse so zu verändern, dass die Brechkraft der jeweiligen Situation optimal angepasst wird. Gelingt dies dem Auge nicht muss der Augenarzt oder Optiker durch Sehhilfen, wie Brillen oder Kontaktlinsen, die erforderliche Korrektur der Brechkraft vornehmen. Mit zunehmendem Alter verliert der Ziliarkörper die Möglichkeit zur Akkommodation. Da die Veränderung der Brechkraft im Nahbereich besonders stark ausfallen muss, ergeben sich hier auch die ersten Einschränkungen des Sehvermögens. Die Folge ist die Altersweitsichtigkeit, die auch als Presbyopie bezeichnet wird. Die meisten Betroffenen lassen sich dann vom Optiker eine Lesebrille anfertigen.

Der Aufbau des Ziliarkörpers

Aufgebaut ist der Ziliarkörper im Wesentlichen aus Bindegewebe. Er ist von einer Epithellage bedeckt, die zwei Schichten aufweist. Sie bilden einen Teil der Netzhaut. Manche Zellen sind pigmentiert, andere nicht. Im nicht pigmentierten Bereich sind das Kammerwasser und darüber hinaus Hyaluronsäure, die in hohem Maße Wasser speichern kann, zu finden. Der Ziliarkörper spielt für die Bildung des Kammerwassers eine wichtige Rolle. Diese Körperflüssigkeit ist entscheidend für den Druck, der im Inneren des Auges herrscht. Das Kammerwasser wird laufend neu gebildet, ein bestimmter Teil fließt anschließend ab. Kommt es hier zu Störungen, die das exakt austarierte Gleichgewicht aus dem Lot bringt, sind krankhafte Veränderungen des Augeninnendrucks die Folge. Sie können durch regelmäßige Messungen beim Augenarzt oder Optiker in vielen Fällen rechtzeitig bemerkt und dann erfolgreich behandelt werden. Bleibt der zu hohe Druck unentdeckt, kommt es zum grünen Star mit Schädigungen des Sehnervs.

Entzündungen müssen behandelt werden

Ihr Augenarzt oder Optiker weist Sie auf die entscheidende Bedeutung hin, die der Ziliarkörper für scharfes Sehen in unterschiedlichen Entfernungen hat. Er erklärt Ihnen das Prinzip der Akkommodation und erläutern auch, wie die Verformung des Auges von statten geht. Entscheidenden Anteil hat hier der Ziliarmuskel, der den wesentlichen Teil des Ziliarkörpers ausmacht. Spannen sich die Muskelfasern an, verringert sich der innere Umfang des Ziliarkörpers. Die an ihm befestigte Linse krümmt sich stärker, so dass Gegenstände in der Nähe scharf abgebildet werden können. Entspannen sich die Muskelfasern, nehmen der Strahlenkörper und auch die Linse wieder ihre ursprüngliche Form an. Diese ist für scharfes Sehen im Fernbereich optimal. Entzündungen am Ziliarkörper können akut oder chronisch sein und sollten in jedem Fall behandelt werden. Wenn Sie Schmerzen verspüren, Ihre Augen gerötet sind oder Sie eine Reduzierung Ihrer Sehkraft feststellen, raten Ihnen Ihr Optiker oder Ihr Augenarzt sicherlich zu einer gründlichen Untersuchung.