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Tränenkanalstöpsel

Viele Menschen leiden unter trockenen Auge. Die möglichen Folgen sind Rötungen und ein brennendes Gefühl. Hinzu kommen aber auch ernste Gefahren für die langfristige Gesundheit des Auges. Denn normalerweise hat der Tränenfilm, der das Auge feucht hält, auch eine wichtige Schutzfunktion. Wenn Sie Ihren Augenarzt oder Ihren Apotheker danach fragen, erfahren Sie, dass der Tränenfilm das Auge bei der Abwehr von Schmutz und Keinem wesentlich unterstützt. Augenarzt und Optiker kennen auch die Untersuchungen der Wissenschaftler, die sich eingehend mit der Zusammensetzung der Tränenflüssigkeit auseinandergesetzt haben. Die Forscher konnten Hunderte Bestandteile isolieren, die jeweils eigene Funktionen erfüllen. Einerseits handelt es sich um Abwehrstoffe gegen Bakterien, andererseits um Nährstoffe für die Hornhaut des Auges. Obwohl der Tränenfilm des gesunden Auges gerade einmal zehn Mikrometer dick ist, entwickelt er also eine verblüffende Leistungsfähigkeit – umso schwerer wiegt es natürlich, wenn die Funktionalität eingeschränkt ist.

Ursachen für trockene Augen abklären

Die möglichen Ursachen sind komplex und sollten in jedem Einzelfall abgeklärt werden. Sobald zum Beispiel der Optiker Hinweise auf trockene Augen findet, ist ein Termin beim Augenarzt sinnvoll. Der Mediziner kann dann auf die Suche nach möglichen krankhaften Veränderungen im Bereich der Drüsen an der Bindehaut und den Augenlidern gehen. Außerdem kann er überprüfen, ob es möglicherweise bereits zu Schäden an der Hornhaut gekommen ist.

Auch mögliche Grunderkrankungen in den Blick nehmen

In vielen Fällen ist der Auslöser für die Trockenheit allerdings nicht in den Augen selbst zu finden, sondern an anderen Stellen im Körper. Häufig liegen Grunderkrankungen vor, die Auswirkungen auf die Qualität des Tränenfilms haben. Hier kommen der Augenarzt und der Optiker nicht weiter, sondern es ist eine wirksame Therapie gegen die Grunderkrankung beim Allgemeinmediziner oder Facharzt erforderlich. Ihr Augenarzt und Ihr Optiker wissen, dass beispielsweise Rheuma, Diabetes, Erkrankungen der Schilddrüse oder auch Akne und Neurodermitis trockene Augen begünstigen können. Auch eine unausgewogenen Ernährung und zu geringe Flüssigkeitszufuhr sind mögliche Ursachen. Trockene Luft in geschlossenen Räumen und zu langes Tragen von Kontaktlinsen verschärfen die Schwierigkeiten zusätzlich.

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Abfluss der Tränenflüssigkeit wird verhindert

Im Rahmen der Behandlung kann der Augenarzt versuchen, die Produktion von Tränenflüssigkeit zu erhöhen bzw. die Trockenheit durch die Zugabe von externer Flüssigkeit mit Hilfe von Tropfen zu lindern. Diese werden häufig auch als künstliche Tränen bezeichnet. Ein zweiter möglicher Ansatz besteht darin, den Abfluss der Tränenflüssigkeit zu regulieren. Diesem Zweck dienen Tränenkanalstöpsel, die der Augenarzt mit Hilfe der Spaltlampe schmerzfrei und ohne Betäubung einsetzen kann. Er verwendet dazu eine Art Pinzette und platziert den auch Punctum Plug genannten Stöpsel direkt in der Öffnung des Tränenkanals. Von diesem so genannten Tränenpünktchen, die sowohl am oberen wie am unteren Lid zu finden sind, gelangt die Flüssigkeit in Richtung Nasenhöhle. Die kleinen, zumeist aus Silikon gefertigten Stöpsel, können etwa ein halbes Jahr im Auge verbleiben und müssen dann ersetzt werden. Gerade wenn die Punctum Plugs zum ersten Mal eingesetzt werden, ist anschließend eine regelmäßige Kontrolle vom Augenarzt oder Optiker erforderlich. Dabei muss sichergestellt werden, dass es zu keinen mechanischen Reizungen des Auges kommt und dass auch keine Überwässerung vorliegt. Falls Komplikationen auftreten, können die Stöpsel zumeist problemlos wieder vom Augenarzt entfernt werden. Den meisten Patienten bringen die kleinen Plugs aber eine spürbare Linderung der Trockenheit im Auge.