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Tränenflüssigkeit

Das menschliche Auge ist ein komplexes Sinnesorgan, das sich sehr flexibel an unterschiedliche Situationen anpassen kann. Es ist allerdings auch empfindlich und anfällig für Infektionen und Verletzungen. Insbesondere Keime und Schmutzpartikel können die Hornhaut reizen oder sogar zu Entzündungen führen. Wenn Sie den Eindruck haben, dass sich Fremdkörper im Auge befinden, sollten Sie deshalb möglichst schnell Ihren Optiker oder Augenarzt aufsuchen. Je eher eine mögliche Entzündung fachgerecht behandelt wird und je eher die Ursachen verschwinden, desto besser stehen die Chancen auf eine rasche Heilung. Wird eine Entzündung der Hornhaut hingegen nicht behandelt, können im schlimmsten Fall Narben zurückbleiben, die das Sehvermögen spürbar beeinträchtigen. Eine wichtige Rolle beim Schutz des Auges vor negativen Umwelteinflüssen und auch bei seiner Reinigung spielt die Tränenflüssigkeit.

Der Tränenfilm als Schutzschicht

Ihr Optiker kann Ihnen die Zusammensetzung der Tränenflüssigkeit im Detail erläutern. Sie besteht im Wesentlichen aus Wasser und Kochsalz, hinzu kommen Proteine und Glucose. Die Flüssigkeit bildet im Idealfall einen gleichmäßigen Film auf dem Auge und wirkt dabei wie eine Schutzschicht. Mit jedem Lidschlag verteilen Sie die Flüssigkeit von neu und sorgen auf diese Weise dafür, dass die Hornhaut vollständig befeuchtet ist. Aus diesem Grund ist es wichtig, dass Sie oft genug blinzeln. Normalerweise tun Sie das ganz automatisch zehn bis zwölf Mal pro Minute. Wenn Sie sich stark konzentrieren und einen Gegensand mit Ihren Blicken fixieren, kann es jedoch zu Problemen kommen. Fast jeder Computernutzer kennt das Phänomen, dass nach einer Weile die Augen trocken und gereizt werden. Fast immer ist dann eine zu geringe Frequenz des Lidschlags die Ursache. Viele Computernutzer „starren“ auf ihren Bildschirm und „vergessen“ darüber das Blinzeln. Achten Sie deshalb ganz bewusst auf Ihr Verhalten, wenn Sie am PC arbeiten. Machen Sie sich dabei auch bewusst, welche wichtige Rolle die Tränenflüssigkeit für die Abwehr von Keimen und generell für die Sauberkeit im Auge spielen. Mit dem Tränenfilm werden nämlich nicht nur Staub- und Schmutzpartikel fortgespült, sondern beispielsweise auch abgestorbene Hautzellen.

Produktion in den Tränendrüsen

Wegen ihren vielfältigen Funktionen hat die Tränenflüssigkeit wesentlichen Anteil daran, dass Sie gut und scharf sehen können. Im Gespräch mit dem Optiker erfahren Sie, dass die so wichtige Flüssigkeit permanent in den Tränendrüsen gebildet wird. In Ihrem Auge sind mehrere dieser Drüsen an unterschiedlichen Stellen zu finden. Sie sitzen unter anderem unter dem oberen Lid, an den Rändern der Lider, in der Augenhöhle und in der Bindehaut. In einem gesunden und gut funktionierenden Auge reguliert sich die Menge der Tränenflüssigkeit von selbst. Die „verbrauchte“ Flüssigkeit fließt durch winzige Tränenkanäle in die Nase ab.

Wenn die Augen zu trocken sind

Manchmal reicht die Menge der Tränenflüssigkeit im Auge nicht mehr aus. Sie bemerken das zumeist sehr schnell durch ein Fremdkörpergefühl, durch Rötungen und Reizungen. Die Ursachen für trockene Augen können sehr vielfältig sein und sollten beim Augenarzt abgeklärt werden. Auch Ihr Optiker kann Ihnen allerdings viele wertvolle Tipps geben, mit denen Sie oft selbst Abhilfe schaffen können. Der Optiker wird Sie beispielsweise fragen, ob Sie viel Zeit am Computer verbringen, ob Sie Ihre Kontaktlinsen oft zu lange tragen oder ob Sie sich vorwiegend in Räumen mit trockener Heizungsluft aufhalten. All dies sind nämlich Faktoren, die trockene Augen begünstigen können. Sinnvoll ist zudem eine Kontrolle der Qualität und Menge Ihrer Tränenflüssigkeit. Der Augenarzt führt zu diesem Zweck den sogenannten Schirmer-Test durch.