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Tränende Augen bei Allergien / Pollenallergie

Die meisten Menschen freuen sich, wenn nach einem langen Winter endlich der Frühling an die Tür klopft und die Natur überall aus ihrem Schlaf erwacht. Für Allergiker beginnt nun allerdings eine Leidensphase, in der tränende und gerötete Augen, Husten- und Niesanfälle an der Tagesordnung sind. Es handelt sich um Reaktionen des Körpers aus die Pollen. Schuld trägt das Immunsystem, welches die Pollen von Gräsern und anderen Pflanzen für gefährliche „Eindringlinge“ hält und sie entsprechend bekämpft. Es kommt zu Schwellungen an den Blutgefäßen der Schleimhäute und unter anderem auch im Bereich der Augen. Die Nase beginnt zu laufen, der Tränenfluss des Auges wird deutlich angeregt. Gerade die Tränen haben dabei auch eine reinigende Wirkung. Sie spülen nämlich die feinen und kaum sichtbaren Pollen, die im Frühjahr stets Bestandteile der Luft sind, aus dem Auge heraus. Ist das geschehen, verspüren die Betroffenen eine Besserung – zumindest so lange, bis sie das nächste Mal mit den allergieauslösenden Pollen in Berührung kommen. Dann beginnt das Spiel wieder von vorne.

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Besuch beim Allergologen

Viele Menschen schildern ihre Probleme mit tränenden Augen zwar dem Augenarzt oder Optiker. Beide können aber nur sehr eingeschränkt helfen. Denn während der Optiker durch Brillen und Kontaktlinsen Fehlsichtigkeiten zuverlässig ausgleichen kann und der Augenarzt Erkrankungen des Auges behandeln kann, stoßen die Fachleute beim Heuschnupfen an ihre Grenzen. Denn es handelt sich ja nicht um ein allein auf die Augen begrenztes Phänomen. Der vermehrte Tränenfluss ist vielmehr nur ein Symptom von vielen. Und die Immunabwehr beziehungsweise die übersteigerte Reaktion des Immunsystems betrifft den gesamten Körper. Deshalb gibt es auch keine isolierte Behandlung für die Augen. Sinnvoll ist lediglich eine Begleitung der Behandlung beim Allergologen durch den Optiker oder Augenarzt.

Hyposensibilisierung hilft auf Dauer

Treten tränende Augen, Fließschnupfen und Hustenanfälle während der Pollensaison erstmals auf, ist eine gründliche Untersuchung beim Allgemeinmediziner, unter Umständen auch beim Lungenspezialisten, sinnvoll. Sind diejenigen Pollen, die die Allergie vor allem auslösen, identifiziert, kann eine Hyposensibilisierung beginnen. Dabei wird der Körper nach und nach an die allergieauslösenden Stoffe gewöhnt. Die Therapie bringt allerdings nur mittel- und langfristige Erfolge, kaum kurzfristige Linderung.

Augentropfen mit Antihistaminika

Wenn es darum geht, die Symptome zu lindern, können auch der Augenarzt und Ihr Optiker wichtige Hinweise geben. Sie können beispielsweise Augentropfen empfehlen, die Antihistaminika enthalten. Sie reduzieren die allergischen Reaktionen, vermindern also auch den Tränenfluss. Zumeist raten Augenarzt und Optiker zu Tropfen ohne Konservierungsstoffe. Ein weiterer Tipp: Wer weiß, dass er Probleme mit Heuschnupfen hat, der sollte sich rechtzeitig vor dem Start der Pollensaison mit Augentropfen, Nasenspray etc. eindecken. So kann sofort gegengesteuert werden, sobald die ersten allergischen Reaktionen auftreten. So können auch Heuschnupfen-Patienten im Frühling endlich das tun, was auch die anderen machen: die ersten Sonnenstrahlen in der erwachenden Natur genießen.