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Subkapsulärer Katarakt

Die subkapsuläre (unter der Kapsel) Katarakt führt zu einer Eintrübung der Linse im Auge, deren Folge ein zunehmend unscharfes Bild ist. Diese Form des Katarakts macht etwa 20 % der Katarakt-Diagnosen Ihres Augenarztes oder Optikers aus. Die subkapsuläre Katarakt schreitet schnell voran und geht mit Sehstörungen, gerade beim Sehen im Nahbereich, einher.

Einleitung

Im menschlichen Auge hat die Linse die Aufgabe, das einfallende Licht zu bündeln, damit auf der Netzhaut ein scharfes Bild entstehen kann. Kommt es zu einer Katarakt, kann die Linse ihre Aufgabe nicht mehr erfüllen. Die Erkrankung, die vor allem ältere Menschen etwa ab dem 50. Lebensjahr betrifft, ist als Grauer Star bekannt. Ist sie bereits relativ weit fortgeschritten, wird sie auch für Außenstehende bei genauem Hinsehen erkennbar. Die Eintrübung zeigt sich als gräuliche Färbung im Bereich hinter der Pupille. Eine erfolgversprechende Behandlung, mit der sich die Trübung der natürlichen Linse rückgängig machen ließe, existiert nicht. Der Augenarzt kann lediglich im Zusammenspiel mit dem Optiker versuchen, durch regelmäßig angepasste Sehhilfen die Auswirkungen auf das Leben des Patienten möglichst gering zu halten. Das ist jedoch immer nur für einen gewissen Zeitraum möglich. Früher oder später rät der Augenarzt daher in der Regel zu einer Operation. Die getrübte natürliche Linse wird dabei gegen eine künstliche Linse ausgetauscht.

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Therapie

Da die Katarakt unter der Kapsel liegt, erfordert der operative Eingriff einen Einschnitt in die Kapsel. Der Augenarzt entscheidet von Fall zu Fall, ob es sinnvoller ist, die komplette Linse einschließlich der Kapsel zu entfernen oder nur den Linsenkern zu ersetzen. Dieser wird dann, zum Beispiel mit Hilfe eines Lasers oder mit Ultraschall, zertrümmert und abgesaugt. Auf diese Weise schafft der Augenarzt Platz für die Kunstlinse. Während man früher in erster Linie Linsen aus Plexiglas verwandte, kommen heute zumeist weichere Materialien wie Silikon oder Acryl zum Einsatz. Sie erfordern kleinere Einschnitte, da sie in gefaltetem oder gerolltem Zustand ins Auge implantiert werden und erst anschließend in ihre endgültige Form gebracht werden. Über die beste Technik und das geeignete Material sollten Patienten vor dem Eingriff ausführlich mit ihrem Augenarzt und ihrem Optiker sprechen. Gerade Optiker können oftmals auf viele Erfahrungsberichte anderer Kunden zurückgreifen und Betroffenen daher wertvolle Hinweise geben.

Vorsorge

Bei der Vorsorge der Katarakt spielt der Optiker oftmals eine wichtige Rolle. Viele Menschen sparen sich den Weg zum Augenarzt, wenn sie lediglich ihre Sehschärfe kontrollieren lassen wollen. Viele Optiker verfügen heutzutage über hochmoderne Messgeräte, deren Leistungsfähigkeit den Instrumenten in der Arztpraxis in nichts nachsteht. Bei der Kontrolle des Sehvermögens zeigt sich mitunter eine signifikante Verschlechterung gegenüber früheren Messungen. Wenn der Optiker der Meinung ist, dass eine Katarakt dafür eine mögliche Ursache sein könnte, empfiehlt der seinem Kunden dringend eine Untersuchung beim Augenarzt. Der Mediziner kann den Verdacht dann entweder ausräumen oder ihn durch eingehender Untersuchungen bestätigen. Je eher der Graue Star entdeckt wird, desto besser. Etwa ab dem 40. Lebensjahr sollte daher ein regelmäßiger Check beim Augenarzt oder beim Optiker selbstverständlich sein.

Routine-Op mit geringem Risiko

Der Einsatz von Kunstlinsen gilt in Deutschland als Routineoperation mit sehr überschaubarem Risiko. Die Erfolgsquote liegt bei mehr als 95 Prozent. Bei etwa einem Drittel der Patienten entwickelt sich mit der Zeit ein Nachstar, der eine erneute Behandlung beim Augenarzt erforderlich macht. Allerdings ist auch dieses Problem mit Hilfe moderner Lasertechnik schmerzlos in den Griff zu bekommen. Wie beim Einsetzen der Kunstlinse genügt in der Regel eine örtliche Betäubung. Sind die Katarakt und der mögliche Nachstar einmal beseitigt, können die Betroffenen oftmals bis ins hohe Alter ohne Beschwerden gut sehen.