Lexikon»Diagnostik»Steroidbehandlung bei Netzhauterkrankungen

Steroidbehandlung bei Netzhauterkrankungen

Bei Erkrankungen der Netzhaut stehen oft Ödeme und krankhafte Veränderungen von Blutgefäßen im Fokus. Der Augenarzt hat verschiedene Therapiemöglichkeiten, zu denen auch medikamentöse Ansätze gehören. So gilt beispielsweise die Steroidbehandlung bei Netzhauterkrankungen als sehr effektiv. Allerdings besteht insbesondere bei längerer Therapiedauer die Gefahr ernster Nebenwirkungen.
Netzhauterkrankungen stehen oft in Zusammenhang mit Durchblutungsstörungen. Sie führen auf zweierlei Weise zu Beeinträchtigungen: Zum einen kann es durch den gestörten Abfluss des Blutes zu einem Rückstau in der Vene und zu hohem Druck im Auge kommen. Zum anderen droht eine Unterbrechung der Nährstoff- und Sauerstoffversorgung für die Netzhaut.

Schadensbegrenzung mit Steroiden

Netzhauterkrankungen müssen so schnell wie möglich behandelt werden, um dauerhafte Schäden und bleibende Beeinträchtigungen der Sehleistungen zu vermeiden. In der akuten Phase geht es also für den Augenarzt darum, die Symptome zu beseitigen und zugleich eine weitere Ausbreitung der Erkrankung zu verhindern. Hier spielt die medikamentöse Therapie eine wichtige Rolle. Insbesondere die Steroidbehandlung bei Netzhauterkrankungen dient der Schadensbegrenzung. Die Wirkstoffe bekämpfen Entzündungen und weitere mögliche Ursachen der Erkrankung.

Nebenwirkungen beachten

Steroide können bei längerer Einnahme erhebliche unerwünschte Wirkungen entfalten, die teilweise sogar den anfänglichen Behandlungserfolg konterkarieren könnten. Der behandelnde Augenarzt sollte deshalb nach Möglichkeit das Gespräch mit dem Allgemeinmediziner suchen. So können Grunderkrankungen ausgeschlossen werden, die eine Steroidbehandlung bei Netzhauterkrankungen in ein zu großes Risiko verwandeln würden. Zudem gilt es, die Folgen der Steroid-Gabe im Blick zu halten und die Therapie beim Auftreten gravierender Nebenwirkungen eventuell abzubrechen. Generell gilt die Empfehlung, dass eine Steroidbehandlung bei Netzhauterkrankungen nicht länger als sechs bis maximal acht Wochen dauern sollte.

Diabetes-Gefahr

Zu den riskanten Nebenwirkungen, die eine Behandlung mit Steroiden haben kann, gehört die Entwicklung einer Diabetes. Die Wirkstoffe haben spürbare Auswirkungen auf den Blutzuckerspiegel. Gerät er aus dem Gleichgewicht, droht die Zuckerkrankheit. Eine bereits zuvor diagnostizierte Diabetes ist während der Steroid-Einnahme deutlich schwerer zu behandeln. Es gilt daher, die Chancen und Risiken genau abzuwägen und zur Behandlung der Netzhauterkrankung gegebenenfalls auf eine andere Therapieform auszuweichen.