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Sphärische Aberration

Eine sphärische Linse bricht nur einen Teil der einfallenden Lichtstrahlen vollkommen korrekt. Wegen der sphärischen Form kommt es an vielen Stellen zu leichten Abweichungen. Das gilt auch für sphärisch geformte Brillen und Kontaktlinsen sowie mitunter für das Auge selbst. Je größer der Anteil der nicht korrekt gebrochenen Lichtstrahlen ausfällt, desto unschärfer wird das Bild auf der Netzhaut. Der Optiker kann Ihnen eine Blende als wirkungsvolles Instrument gegen die Abbildungsfehler vorstellen.

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Verzerrungen im Randbereich von Brillen und Kontaktlinsen

Im Idealfall würden sämtliche Lichtstrahlen, die ins Auge fallen, so gebrochen, dass ihr Brennpunkt auf der Makula liegt. So bezeichnen Augenärzte und Optiker das Zentrum der Netzhaut, das direkt mit dem Gehirn verbunden ist. Von der Makula aus gelangen die Bildsignale über den Sehnerv ins Gehirn. Dort werden die Bilder des linken und des rechten Auges zusammengesetzt. Ein scharfes und kontrastreiches Gesamtbild kann nur entstehen, wenn ein möglichst großer Teil der einfallenden Lichtstrahlen korrekt gebrochen wurde. In der Praxis kommt es jedoch immer wieder vor, dass ein größerer Teil der Strahlen nicht im Brennpunkt auftrifft. Schuld sind zumeist Verzerrungen, die durch Brillengläser und Kontaktlinsen hervorgerufen werden. Vor allem die Randbereiche von Gläsern und Linsen gelten als problematisch. Der unerwünschte Effekt fällt in der Regel umso stärker aus, je höher die Korrektionswerte der Sehhilfe sind.

Diese Fehler können auftreten

Die Bandbreite der möglichen Folgen, die durch sphärische Aberrationen eintreten können, ist groß. Sie reicht von fehlerhaften Wölbungen und Verzeichnungen über falsche Maßstäbe und sogar Abweichungen in der Farbwahrnehmung. Wenn Sie diese oder andere Effekte feststellen, während Sie Kontaktlinsen bzw. ihre Brille tragen, sollten Sie darüber mit Ihrem Optiker sprechen. Je genauer Sie Art und Umfang der Aberrationen benennen können, desto effektiver kann der Optiker gegensteuern. Es ist zudem hilfreich, wenn Sie sich merken, in welchen Situationen die Schwierigkeiten vor allem auftreten.

Abbildungsfehler auch im Auge selbst

Wenn Sie die sphärischen Aberrationen als stark störend empfinden, müssen Sie gemeinsam mit Ihrem Optiker nach einer Lösung suchen. Mitunter genügt es, eine vorhandene Sehhilfe besser anzupassen. Manchmal führt aber auch an einer neuen Brille oder anderen Kontaktlinsen kein Weg vorbei. In erster Linie kommen dann sogenannte asphärische Linsen in Betracht, bei denen es nur in sehr geringen Umfang zu Verzerrungen kommt. Bevor Sie allerdings vorschnell Ihrer Brille oder Ihren Kontaktlinsen die Schuld geben, sollten Sie mit dem Optiker auch über mögliche Ursachen im Auge selbst sprechen. Wenn es entsprechende Hinweise gibt, ist ein Termin beim Augenarzt sinnvoll. Der Mediziner kann überprüfen, ob Ihr Auge eine chromatische Aberration aufweist. Darunter versteht man eine falsche Zerstreuung des Lichts, die durch ein ungleichmäßiges Brechungsvermögen entsteht. Verschiedene Farben weisen unterschiedliche Wellenlängen auf. Die nicht ideale Brechung in der Linse des Auges führt somit zur verzerrten Wahrnehmung von Farben. Die Besonderheiten des Auges müssen dann bei der Anpassung der Sehhilfe zwingend berücksichtigt werden, weil die sphärischen Aberrationen ansonsten nicht in den Griff zu bekommen sind.