Lexikon»Kontaktlinsen»Silikon-Hydrogel-Linsen

Silikon-Hydrogel-Linsen

Viele Träger von Kontaktlinsen kennen das Problem: Wenn es im Büro mal länger dauert oder der gemütliche Abend mit Freunden kein Ende findet, dann beginnen die Augen irgendwann zu schmerzen. Sie röten sich, während von Minute zu Minute das Fremdkörpergefühl stärker wird. Ein Grund liegt häufig in der nicht mehr ausreichenden Versorgung des Auges mit Sauerstoff und Feuchtigkeit. Diese Versorgung ist für hohen Tragekomfort und gutes Sehen aber unverzichtbar. Am Morgen, wenn die Augen noch ausgeruht und die Linsen frisch sind, kommen die meisten Menschen mit ihren Kontaktlinsen sehr gut zurecht. Nach spätestens zehn oder zwölf Stunden, so rät der Optiker, sollten die Linsen aus dem Auge entfernt werden. Manchmal ist das aber nicht möglich, und so steigen die Tragezeiten auf 14 oder gar 16 Stunden. Kommt das nur gelegentlich vor, ergibt sich in der akuten Situation zwar ein unangenehmes Empfinden – dauerhafte Schäden am Auge sind jedoch in der Regel nicht zu befürchten. Anders sieht es aus, wenn Sie die empfohlene Nutzungsdauer der Kontaktlinsen regelmäßig überschreiten. Sie muten Ihren Augen dann eine zu starke Belastung zu und riskieren langfristig Unverträglichkeitsreaktionen. Um es nicht so weit kommen zu lassen, sollten Sie Ihren Optiker frühzeitig nach Alternativen fragen – denn diese gibt es in Form von Silikon-Hydrogel-Linsen durchaus.

Optimale Versorgung des Auges mit Sauerstoff

Die maximale Durchlässigkeit der Linsen für Sauerstoff ist der Schlüssel für hohen Tragekomfort auch nach vielen Stunden. Silikon-Hydrogel erfüllt diese Voraussetzungen auf ideale Weise. Das Material kommt daher bei Linsen zum Einsatz, die speziell für sehr lange Tragezeiten ausgelegt sind. Auch die sogenannten Dauerlinsen, die bis zu einen Monat lang ohne Unterbrechung im Auge verbleiben können, bestehen fast immer aus Silikon-Hydrogel.

Linsen mit eingebautem Wasserspeicher

Normale Kontaktlinsen neigen zum Austrocknen. Ihr Optiker kann Ihnen genau erklären, was mit einer weichen Kontaktlinse geschehen würde, die Sie außerhalb einer Pflegelösung lagern: Nach spätestens 24 Stunden wäre sie stark geschrumpft und sehr hart. Weiche Linsen haben einen relativ hohen Wasseranteil. Damit er erhalten bleibt, muss die Linse ständig mit Feuchtigkeit benetzt sein. Das ist in einem gesunden Auge der Fall, wo ausreichend Tränenflüssigkeit zur Verfügung steht. Und das ist auch in den mit einer Pflegelösung gefüllten Kontaktlinsenbehältern sichergestellt. Herkömmliche Linsen entziehen dem Auge in gewissem Umfang Feuchtigkeit. Zunächst kann dieser Umstand durch neu produzierte Tränenflüssigkeit ausgeglichen werden. Im Laufe des Tages wird das aber immer schwieriger. Je trockener Ihre Augen von Natur aus sind, desto eher zeigt sich der Effekt. Hier spielen nun die Silikon-Hydrogel-Linsen ihre besonderen Fähigkeiten aus: Anstatt dem Auge Feuchtigkeit zu entziehen, geben sie sogar Flüssigkeit ab. Eine Art eingebauter Wasserspeicher macht das möglich. Jeder Wimpernschlag führt automatisch zur Freisetzung minimaler Flüssigkeitsmengen und zur Benetzung der Linse. Deshalb fühlen sich die Augen auch nach vielen Stunden noch nicht müde und gereizt an.

Die Augen gründlich untersuchen lassen

Silikon-Hydrogel-Linsen, die am Abend aus dem Auge entfernt und über Nacht gereinigt werden, sind für fast jeden Kontaktlinsenträger geeignet. Die Verträglichkeit gilt als sehr gut, und das gilt ausdrücklich auch für sehr empfindliche Augen. Selbst Allergiker berichten ihrem Optiker, dass sie mit den Linsen aus Silikon-Hydrogel gut zurechtkommen. Wenn Sie sich für Dauerlinsen interessieren, die Sie ein bis vier Wochen ohne Unterbrechung tragen können, sollten Sie zunächst ein ausführliches Gespräch mit Ihrem Optiker führen. Auch eine gründliche Untersuchung beim Augenarzt ist sinnvoll. Denn die Dauerlinsen dürfen in der Regel nur in vollkommen gesunde Augen eingesetzt werden.