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Sicca-Syndrom (Trockene Augen)

Das Sicca-Syndrom (Trockene Augen) bezeichnet eine nicht ansteckende Augenkrankheit. Es gehört zu den am häufigsten auftretenden Augenerkrankungen und ca. 20% der Patienten, die zum Augenarzt oder Optiker gehen, leiden unter einem Sicca Syndrom. Ein gesundes Auge ist im Normalfall von einer ausreichenden Menge an Tränenflüssigkeit bedeckt. Diese bewahrt die Hornhaut und die Bindehaut vor dem Austrocknen. Im Rahmen des Sicca-Syndroms wird nicht mehr genügend Tränenflüssigkeit gebildet oder die Zusammensetzung des Tränenfilms verändert sich so negativ, dass dieser schneller verdunstet. Betroffene klagen vielfach über gereizte und gerötete Augen.

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Ursachen

Die Zahl der möglichen Ursachen für trockene Augen ist sehr groß. Die Bandbreite reicht von Erkrankungen des Auges über negative Umwelteinflüsse bis hin zu Rheuma oder Diabetes. Es sollte beim Augenarzt behandelt werden, weil dauerhaft zu trockene Augen langfristige Schäden nach sich ziehen können. Es drohen Entzündungen und Vernarbungen der Hornhaut, die eine spürbare Verschlechterung der Sehleistung zur Folge haben können. Wenn Ihr Optiker oder Ihr Augenarzt keinen Hinweis auf eine Krankheit als Auslöser der trockenen Augen finden, können Ihre Arbeits- und Lebensbedingungen der mögliche Grund sein. Sehr trockene Heizungsluft und Tabakrauch in der Luft gelten als problematisch, ebenso stundenlange Arbeit am Bildschirm. Vor dem Computer „vergessen“ viele Menschen das Blinzeln. Statt zehn Mal und mehr pro Minute bewegen sie ihre Lider nur noch ein oder zwei Mal innerhalb von 60 Sekunden. Betroffene sollten regelmäßig für frische Luft im Raum sorgen, gerade während der Arbeit am PC häufig blinzeln und den Augen zwischendurch auch mal kurze Pausen gönnen.

Therapie

Sollten Sie über vermehrte Trockenheit im Auge klagen und keine unmittelbaren externen Einflüsse als Ursache ausmachen können, empfiehlt es sich einen Termin beim Augenarzt auszumachen. Im zweiten Schritt kann jedoch auch ein Termin beim Allgemeinmediziner sinnvoll sein. Denn oftmals ist die eigentliche Ursache für das Sicca-Syndrom gar nicht im Auge selbst zu finden. Dann ist womöglich eine Grunderkrankung Schuld an den trockenen Augen. In Betracht kommen beispielsweise Diabetes, eine Erkrankung der Schilddrüse, Rheuma und verschiedene Gefäßerkrankungen. Diese Beschwerden müssen behandelt werden, und eine erfolgreiche Therapie lindert dann auch die Augenbeschwerden.

Wenn Sie unter keiner Grunderkrankung leiden, verspricht eine Behandlung des Sicca-Syndroms direkt im bzw. am Auge Erfolg. Möglicherweise liegt das Problem nicht in einer zu geringen Menge an produzierter Tränenflüssigkeit, sondern am zu schnellen Abfließen. Diskutieren Sie auch diese Möglichkeit mit Ihrem Optiker und Ihrem Augenarzt. Sie erfahren dann, dass es winzige „Stöpsel“ gibt, die Ihnen der Augenarzt einsetzen kann. Sie reduzieren den Abfluss der Tränenflüssigkeit und regulieren so deren Menge auf sehr effektive Weise.

Vorsorge

Wenn Sie unter trockenen Augen leiden und eine Sehhilfe benötigen, ist in vielen Fällen eine Brille die bessere Wahl. Wenn die Hornhaut nicht in ausreichendem Maße mit Feuchtigkeit versorgt wird, reduziert das den Tragekomfort beim Einsatz von Kontaktlinsen erheblich. Zudem steigt die Gefahr für Rötungen, Reizungen und Infektionen. Möchten Sie keine Brille tragen und trotz trockener Augen zu Kontaktlinsen greifen dann sind Ihnen spezielle Linsen zu empfehlen, die über eine Art eingebauten Feuchtigkeitsspeicher verfügen. Sie geben winzige Menge der gespeicherten Flüssigkeit bei jedem Lidschlag ab und tragen auf diese Weise zu einer permanenten Benetzung der Hornhaut bei. Kontaktlinsen für empfindliche Augen sind zudem in hohem Maße biokompatibel und sehr sauerstoffdurchlässig. Auch das trägt dazu bei, dass die Linsen selbst nach vielen Stunden im Auge noch nicht als unangenehm empfunden werden.

Weiter Vorsorgemaßnahmen sind:

ausreichende Flüssigkeitszufuhr (mind. 2 Liter am Tag)

ausreichend feuchte und frische Raumluft.

meiden Sie direkten Luftzug von Gebläse oder Klimaanlagen

regelmäßig Pausen bei längerer Bildschirmarbeit ein und blinzeln Sie häufiger, da beim Starren auf den Bildschirm die Lidschlagfrequenz abnimmt.

Vermeidung von Tabakrauch