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Selektive Laser Trabekuloplastik (SLT)

Die Selektive Laser Trabekuloplastik (SLT) ist eine schonende Behandlungsoption bei der Behandlung des Grünem Star, insbesondere des Offenwinkelglaukoms zum Einsatz. Bei dem SLT genannten Verfahren wirkt ein Laser auf den Kammerwinkel des Auges ein und befördert dort den Abfluss der Kammerflüssigkeit aus dem Inneren des Auges.

Bei Patienten mit Grünem Star muss der Augenarzt eine rasche und möglichst dauerhafte Absenkung des Augeninnendrucks erreichen. Zu hoher Druck ist in den meisten Fällen die wesentliche Ursache für Schäden am Sehnerv. In einem ersten Schritt bemüht sich der Augenarzt häufig, den Druck im Augeninneren durch die Gabe von Augentropfen zu senken. In gut 80 Prozent der Fälle führt diese konservative Therapie zum Erfolg.

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Selektive Laser Trabekuloplastik zum besseren Abfluss des Kammerwassers

Wird nach der medikamentösen Behandlung beim Augenarzt oder Optiker erneut eine Messung des Augeninnendrucks vorgenommen, sollten diese stets unter 21 mm HG liegen. Ist der Sehnerv bereits substanziell beschädigt, kann auch eine wesentlich stärkere Absenkung des Drucks sinnvoll sein. Den Zielwert definiert der Augenarzt jeweils am Beginn der Behandlung. Der Patient sollte den Druck in seinem Auge am besten zu verschiedenen Zeiten wiederholt messen lassen, um möglichst verlässliche Ergebnisse zu erzielen. Wenn der Druck im Auge bei einem festgestellten Glaukom noch zu hoch ist und sich die angestrebte Reduzierung mit Hilfe der Augentropfen nicht einstellt, rückt das Verfahren der Selektiven Lasertrabekuloplastik in den Fokus. Bei dem SLT genannten Verfahren wird Pigment im Auge, genauer im Kammerwinkel, aktiviert, das körpereigene Heilungsprozesse steigert und vorher behandelte Zellen selbstständig abbaut.

Druckanstieg gefährdet den Sehnerv

Eine zu hohe Konzentration der in den endokrinen Drüsen gebildeten Flüssigkeit ist häufig der Auslöser für den gefährlichen Druckanstieg. Aus unterschiedlichen Gründen kann die Flüssigkeit nicht wie vorgesehen zirkulieren, da der Abfluss behindert ist. Die Drüsen produzieren aber stetigen Nachschub der Flüssigkeit, und dies für den Erhalt der Funktionsfähigkeit des Auges auch unbedingt erforderlich. Die entscheidende Stellschraube findet sich also an der Engstelle im Kammerwinkel, durch die die Flüssigkeit unzureichend abfließt. Wenn der Augenarzt den Abfluss an dieser Stelle zu erleichtern kann, hat die Behandlung Erfolg. Bei der Selektiven Lasertrabekuloplastik nutzt der Augenarzt den Laserstrahl, um eine Neuordnung von Pigmentzellen im Kammerwinkel anzustoßen. Dieser Prozess ist für den Patienten absolut schmerzfrei. Vor dem Einsatz des Lasers ist daher in der Regel nicht einmal eine Betäubung des zu behandelnden Bereiches erforderlich. Die SLT bietet den großen Vorteil, dass der Laser ausschließlich auf die Pigmentzellen einwirkt und dort die gewünschten Effekte hervorruft. Das Gewebe, das sogenannte Trabekel-Maschwerk, bleibt unbeeinflusst und nimmt keinen Schaden.

Ambulanter Eingriff mit schnellen Resultaten

Wer sich nach Rücksprache mit seinem Optiker und dem Augenarzt für den Einsatz des Lasers entscheidet, muss dafür nicht ins Krankenhaus. Der Eingriff kann ambulant durchgeführt werden und nimmt lediglich etwa eine Stunde in Anspruch. Die Laserstrahlen entfalten ihre Wirkung recht kurzfristig, so dass der Augeninnendruck schon rasch um bis zu 20 Prozent absinkt. Durch die zusätzliche Gabe von Augentropfen, die sich ebenfalls drucksenkend auswirken, kann der Augenarzt sogar noch bessere Resultate erreichen. Wichtig zu wissen: Nicht immer ist zu hoher Augeninnendruck die alleinige oder ausschlaggebende Ursache für ein Glaukom. Es kommen auch andere Faktoren wie eine unzureichende Durchblutung des Sehnervs in Frage. Wichtig ist daher stets eine umfassende Untersuchung durch den Augenarzt, der nicht nur Teilbereiche, sondern das Auge als Ganzes in den Blick nimmt.