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Selbsttönende Gläser

Die Erkenntnis, dass die Haut durch zu viel UV-Strahlung Schaden nehmen kann, hat sich inzwischen durchgesetzt. Kaum jemand legt sich deshalb noch ohne entsprechenden Schutz in die Sonne. Weniger bekannt ist hingegen, dass auch die Augen vor zu intensiver Sonnenstrahlung bewahrt werden müssen. Andernfalls drohen auch dem wichtigsten aller Sinnesorgane irreparable Schäden. Eine Sonnenbrille ist deshalb keineswegs nur ein modisches Accessoire, sondern sie sollte während der Sommermonate zur Grundausstattung gehören und bei längeren Aufenthalten im Freien ganz selbstverständlich getragen werden.

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Automatische Anpassung an die Intensität des Lichts

Experten empfehlen, Sonnenbrillen grundsätzlich beim Optiker zu kaufen. Das gilt sowohl für Sonnenbrillen mit Plangläsern als auch für Modelle mit Stärke. Wenn Sie normalerweise eine Brille wegen Weit– oder Kurzsichtigkeit tragen, kann Ihnen der Optiker eine Sonnenbrille mit denselben Korrektionswerten anfertigen. Das Problem im Alltag: Sie müssen immer zwei Brillen dabei haben. Während Sie im Büro sitzen oder im Supermarkt einkaufen, brauchen Sie Ihre reguläre Sehhilfe. Wenn Sie Ihre Pause im Café oder Ihren Feierabend im Biergarten genießen, benötigen Sie Ihre Brille mit getönten Gläsern. Eine Brille hat deshalb immer „Pause“ und muss währenddessen in einem Brillenetui gelagert werden. Das ist manchmal ein wenig umständlich – und zudem besteht bei spontanen Unternehmungen die Gefahr, dass Sie eine der beiden Brillen vergessen. Wenn Sie sich beim Optiker für selbsttönende Gläser entscheiden, gehören diese Probleme der Vergangenheit an. Die Gläser sind nämlich beim Aufenthalt in Gebäuden vollkommen durchsichtig und verfärben sich, sobald Sie in die Sonne gehen. Die Intensität der UV-Strahlung beeinflusst hier den Grad der Tönung. Mit einer solchen phototropen Verglasung sind Sie deshalb für jede Situation gerüstet.

Kunststoffgläser verfärben sich gleichmäßiger

Selbsttönende Gläser können entweder aus mineralischem Glas oder aus Kunststoff hergestellt werden. Ihr Optiker kann Ihnen die Vor- und Nachteile beider Lösungen erläutern. In der Regel empfiehlt Ihnen der Experte eine Verglasung aus Kunststoff. Denn dieses Material ist leichter und garantiert dadurch höheren Tragekomfort. Zudem ist Kunststoffglas selbst bei hohen Dioptrienwerten in der Lage, sich sehr gleichmäßig zu verfärben. Bei Mineralglas hingegen kommt es häufig zu Abweichungen. Das bringt ästhetische Nachteile mit sich und erzeugt auch ein ungleichmäßiges Bild beim Blick durch die getönten Gläser.

Risiko beim Autofahren

Wenn Sie beim Optiker selbsttönende Gläser in eine Fassung Ihrer Wahl einschleifen lassen, bekommen Sie sozusagen zwei Brillen in einer. Sie tragen eine scheinbar ganz normale Brille, die sich bei Bedarf in eine Sonnenbrille verwandelt. Dieser Prozess erfordert allerdings einige Minuten Anpassungszeit. Erst nach etwa fünf Minuten ist in der Regel der vollständige Tönungsgrad erreicht. Auch die Reduzierung der Tönung bei der Rückkehr ins Büro oder in die Wohnung braucht eine gewisse Zeit. Genau hier liegt ein Risiko für Autofahrer: Sind Sie an einem sonnigen Tag mit Ihrem Wagen unterwegs, verfärben sich die selbsttönenden Gläser Ihrer Brille. So sind Sie effektiv vor Blendungen geschützt. Wenn Sie aber plötzlich in einen Tunnel fahren, kann sich die Brille den veränderten Lichtverhältnissen nicht schnell genug anpassen. Sie fahren nun mit stark getönten Gläsern durch eine nur schwach beleuchtete Umgebung – eine potenziell gefährliche Situation. Diese können Sie nur umgehen, indem Sie für solche Fälle stets eine normale Brille ohne Tönung griffbereit halten.