Lexikon»Anatomie»Sehnervenpapille

Sehnervenpapille

Die Sehnervenpapille – insbesondere im Zusammenhang mit dem „Blinden Fleck“ des Auges geläufig – ist vereinfacht erklärt ein Loch in der Netzhaut des Auges, durch das der Sehnerv sowie die für die Versorgung der Netzhaut notwendigen Blutgefäße verlaufen.

Die Bezeichnung „Blinder Fleck“ bezieht sich konkret auf jene Stelle des Gesichtsfelds, auf die sich die Papille des Sehnervs im Außenraum projiziert. Da hier jegliche Lichtrezeptoren fehlen, ist die Gesichtsfeldregion nicht ohne weiteres wahrnehmbar. Mit einem einfachen Test, bei dem sich der Proband ein Auge zuhält und einen vordefinierten Punkt fixiert, lässt sich der blinde Fleck jedoch genau festmachen.

Die Fasern der Sehnerven setzen im Augeninneren an den Sehzellen an, verlaufen gemeinsam und treten dann an einer Stelle gebündelt aus dem Auge heraus – der Sehnervenpapille. Diese etwas unpraktisch anmutende Konstruktion ist ein Produkt der Evolution, das sich teils deutlich von Augenkonstruktionen in der Tierwelt unterscheidet.