Roche

Unternehmensbeitrag

Roche - LogoRoche: Ein Schweizer Urgestein

Der in Basel, Schweiz ansässige Konzern Hoffmann-La Roche ist den meisten Menschen als globaler Pharmamulti bekannt. Wie so oft begann die Geschichte des Unternehmens allerdings vergleichsweise rudimentär. Die Gründung geht auf das Jahr 1896 zurück, als Fritz Hoffmann-La Roche in Basel ein Unternehmen zur Herstellung eines Schilddrüsenpräparats namens Aiodin errichtete. Zwei Jahre später lancierte er das Hustenmittel Sirolin mit dem Wirkstoff Thiocol, welches Roche mehr als 60 Jahre lang vertreiben sollte. Ein weiterer Meilenstein der noch jungen Firmengeschichte war ein 1904 vorgestelltes Herzglykosidpräparat sowie die Entwicklung eines injizierbaren Opiumextrakts ab 1909.

Das Schmerzmittel wurde in den Folgejahren unter dem Handelsnamen Pantopon bekannt und gewann im Zuge des Ersten Weltkriegs große Bedeutung. Roche konnte die extreme Nachfrage mit seiner Produktionsstätte in Basel zeitweise nicht ausreichend decken. Das wegweisende Mittel wurde auch nach den beiden Weltkriegen noch bis in die 1970er Jahre vertrieben. Noch in den 1930er Jahren legten die Schweizer einen Grundstein für den Markt der Vitaminpräparate. Insbesondere mit der synthetischen Herstellung von Vitamin C erlangte das mittlerweile in eine Aktiengesellschaft umgewandelte Unternehmen große Relevanz. Heute sind Nahrungsergänzungsmittel dieser Machart bekanntlich im Massenmarkt angekommen.

Darüber hinaus gab es zahlreiche weitere Durchbrüche, mit denen die einst kleine Firma Standards und Rahmenbedingungen für die moderne Pharmaindustrie definierte. So hat beispielsweise Leo Sternbach, der seit 1941 die Forschungsgeschicke von Roche in den USA verantwortete, anno 1957 die beruhigende Wirkung von Benzodiazepinen entdeckt. Valium mit diesem Wirkstoff Diazepam wurde später über viele Jahre hinweg das meistverkaufte Medikament der Welt und trug nachhaltig zum Wachstum von Roche bei. Das angehäufte Kapital wurde in die Entwicklung vieler weiterer, bis heute bekannter Medikamente investiert. Im Jahr 1971 eröffneten die Schweizer auch ein eigenes Institut für Immunologie in Basel.

Heute ist Roche ein modernes, multinationales Pharmakonglomerat. Der Sitz ist noch immer im beschaulichen Basel, doch der Schauplatz ist – wie das Gesundheitswesen per se – mehr denn je global. Die Schweizer beschäftigen knapp über 90.000 Mitarbeiter rund um den Globus, die 2015 einen Umsatz von etwa 48 Milliarden Schweizer Franken einfuhren. Damit ist Roche aktuell das drittgrößte Pharmaunternehmen der Welt. Im Kontext der Augenheilkunde ist Roche unter anderem durch Bevacizumab bekannt. Das unter dem Handelsnamen Avastin vertriebene Mittel wird bei der Behandlung der feuchten Form der altersbedingten Makuladegeneration verabreicht. Ähnlich wie vergleichbare Mittel zielt die Therapie auf eine systematische Reduzierung des VEGF, eines kritischen Wachstumsfaktors von krankhaften Blutgefäßen. Roche war indirekt auch an der Entwicklung von Lucentis gemeinsam mit Novartis beteiligt, einem weiteren Medikament für die Therapie von AMD.