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Refraktive Chirurgie

Wer eine Sehschwäche hat, der war über einen langen Zeitraum hinweg auf eine Brille vom Optiker angewiesen. Später wurden Kontaktlinsen immer populärer, weil sie auch starke Fehlsichtigkeiten auf sehr unauffällige Weise korrigieren können. Viele Menschen haben aber gegenüber den Linsen, die morgens aufs Auge gesetzt und abends wieder entnommen, noch immer Vorbehalte. Und wenn der Optiker oder Augenarzt eine Unverträglichkeit feststellen, kommt diese Art von Sehhilfe ohnehin nicht in Frage. Neben Brille und Kontaktlinsen gibt es noch einen dritten Weg, der als refraktive Chirurgie bezeichnet wird. Es handelt sich um einen Sammelbegriff, der verschiedene chirurgische Verfahren zusammenfasst, mit denen der Augenarzt die Brechkraft des Auges beeinflusst. Die Operationen können mit sehr unterschiedlichen Verfahren und bei vielen verschiedenen Krankheitsbildern durchgeführt werden. Ihr Ziel besteht stets darin, dem Patienten ein von Brillen und Kontaktlinsen unabhängiges Leben zu ermöglichen. Die Anfänge der refraktiven Chirurgie reichen bis in die 1930er-Jahre zurück. Mit den heute üblichen Verfahren und Möglichkeiten hatten die Techniken der Pioniere jedoch nur sehr wenig zu tun. Und wirklich durchsetzen konnte sich die operative Korrektur von Sehschwächen erst ab den 1990er-Jahren, als die Lasertechnik immer leistungsfähiger wurde.

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Laser korrigiert die Krümmung der Hornhaut

Die refraktive Chirurgie macht sich den Umstand zunutze, dass sich die Krümmung der Hornhaut durch den Abtrag von Gewebe beeinflussen lässt. Dadurch ergeben sich Änderungen der Brechkraft, der Brennpunkt der einfallenden Lichtstrahlen innerhalb des Auges verschiebt sich. Mit Hilfe des Lasers erhält die Hornhaut also die Form, die bei einem scharfsichtigen Auge natürlicherweise vorhanden ist. Das Gerät, mit dem der Augenarzt die erforderlichen Korrekturen vornimmt, ist ein Excimerlaser. Mit seiner Hilfe kann der Mediziner in vorher exakt berechnetem Umfang Gewebe der Hornhaut entfernen. Der Laserstrahl kommt zumeist in einem Bereich der Hornhaut zum Einsatz, der etwa die Größe der Pupille hat.

Eingehende Untersuchung vor der OP

Im Vorfeld der Operation nimmt der Augenarzt eine Reihe von Untersuchungen und Messungen am Auge des Patienten vor. Er errechnet auf Basis dieser Daten mit höchster Präzision, an welcher Stelle des Auges Hornhautgewebe in einer bestimmten Dicke entfernt werden muss, um die Brechkraft zu optimieren. Neben Weitsichtigkeit und Kurzsichtigkeit lassen sich mit den Mitteln der refraktiven Chirurgie auch Fehlsichtigkeiten wie Astigmatismus korrigieren. Wer sich für einen Eingriff interessiert, sollte mit seinem Augenarzt und auch mit seinem Optiker über die Vor- und Nachteile diskutieren. Sowohl der Arzt als auch der Optiker kennen die verschiedenen Laserverfahren und wissen im Einzelfall, welche Technik am besten geeignet ist. So sind manche Verfahren nur für die Korrektur von Kurzsichtigkeit und Hornhautverkrümmung geeignet, andere erfordern eine relativ dicke Hornhaut. Am weitesten verbreitet ist die LASIK-Methode.

Implantation von künstlichen Linsen

Zur Disziplin der refraktiven Chirurgie gehört neben der Korrektur der Hornhautoberfläche auch das Implantieren von künstlichen Linsen. Der Augenarzt kann Intraokularlinsen implantieren, die anstelle der körpereigenen Linse gesetzt werden. Eine andere Möglichkeit stellen Phake Linsen dar, zwischen Hornhaut und Iris oder zwischen Iris und Linse eingesetzt werden. Die natürliche Linse bleibt dabei erhalten und wird lediglich durch die künstliche Linse unterstützt. Beide Verfahren bieten wiederum Vor- und Nachteile. Ihr Augenarzt und Ihr Optiker sind mit Ihren Augen und deren individuellen Schwächen vertraut, so dass sie Ihnen eine sachlich fundierte Empfehlung geben können.