Ranibizumab

Ranibizumab: Effektive Behandlung der feuchten altersbedingten Makuladegeneration

In einer rapide alternden Gesellschaft ist die altersbedingte Makuladegeneration ein zunehmendes Problem. Tückisch: Die Erkrankung tritt schleichend und schmerzfrei auf. Setzen therapeutische Maßnahmen nicht rechtzeitig ein, verursachen die fortwährenden Netzhautschäden eine irreversible Beeinträchtigung der Sehkraft. Bei nur etwa 10 bis 15 Prozent der Betroffenen wird die besonders schwerwiegende, feuchte Form der AMD diagnostiziert. Ein belastbarer Indikator für eine solche Erkrankung ist das verschwimmen gerader Linie. Die feuchte AMD schreitet wohlgemerkt schneller voran als die trockene Ausprägung und ist damit nochmals dringender behandlungsbedürftig. Eine effektive Behandlung stellt der Einsatz des Ranibizumabs dar, das seit 2006 auf dem Markt ist.

Bei der trockenen Variante fehlt es nach wie vor an wirksamen Behandlungsmethoden, so dass eine Therapie vor allem auf eine systematische Reduzierung von Risikofaktoren hinausläuft. Bei der feuchten Form dagegen kann eine rechtzeitige medikamentöse Therapie das Voranschreiten der AMD deutlich verlangsamen oder gar aufhalten. Eine restlose Heilung ist – trotz wesentlicher Fortschritte in der Forschung – bis heute leider nicht möglich. Der Schlüssel einer erfolgreichen AMD-Therapie liegt in der Hemmung der krankhaften Gefäßneubildung. Dabei kommen so genannte VEGF-Hemmer ins Spiel. Dieser „Vascular Endothelial Growth Factor“, kurz „VEGF“, beschreibt ein Protein, welches bei der unerwünschten Ausbildung kleiner Blutgefäße („Angiogenese“) eine wichtige Rolle spielt.

Der Wirkstoff Ranibizumab ist ein so genanntes humanisiertes rekombinantes monoklonales Antikörperfragment, das den VEGF effektiv hemmen kann. Unter dem Handelsnamen Lucentis aus dem Hause Novartis geläufig, gehört das Mittel heute zu den bekanntesten therapeutischen Antworten auf die exsudative (feuchte) Makuladegeneration sowie die Abnahme der Sehschärfe im Kontext eines diabetischen Makulaödems. Der Verlauf der Therapie ist schnell erklärt: Nach einer örtlichen Betäubung verabreicht der Augenarzt Ranibizumab per intravitrealer Injektion direkt in den Glaskörper des betroffenen Auges. Für gewöhnlich liegt die Dosis bei 0,5 mg (entspricht 0,05 ml). Ranibizumab wird zunächst über drei Monate gegeben. Derweil erfolgt eine genaue Beobachtung der Sehkraftentwicklung. Tritt keine bzw. eine nur langsame Besserung ein, können weitere Injektionen nötig werden.

Lucentis wurde ursprünglich von Novartis und Genentech, einer Roche-Tochter, entwickelt und anno 2007 für die Therapie in der gesamten Europäischen Union zugelassen. Novartis vertreibt das Ranibizumab-Präparat heute weltweit mit Ausnahme von Nordamerika. Die Therapie mit dem Medikament gilt mittlerweile als vergleichsweise sicher und gut erprobt. Zu den häufigsten Nebenwirkungen gehören Schmerzen, Blutungen und Fremdkörpergefühl am behandelten Auge sowie die (temporäre) Erhöhung des Augeninnendrucks. Über weitere Nebenwirkungen klärt Sie der Augenarzt Ihres Vertrauens auf.