Pegaptanib

Pegaptanib: Etablierte VEGF-Therapie bei altersbedingter Makuladegeneration

Die so genannte altersbedingte Makuladegeneration – kurz „AMD“ – ist ein allgegenwärtiges Problem: Heutzutage ist jeder vierte Mensch über dem 65. Lebensjahr betroffen – Tendenz steigend, da auch das Durchschnittsalter der europäischen Gesellschaft steigt. Trotz großer Fortschritte in Forschung und Entwicklung rund um das Thema bleibt die AMD die häufigste Ursache für Erblindungen jenseits des 50. Lebensjahrs in westlichen Industriestaaten. Ein wichtiger Meilenstein der Augenheilkunde an dieser Stelle war die Vorstellung der Anti-VEGF-Therapie Anfang der Zweitausenderjahre. Der Behandlungsansatz, bei dem VEGF-Hemmer direkt ins Auge gespritzt werden, verdrängt seither herkömmliche, teils deutlich nebenwirkungsanfällige Therapieformen wie Laser oder chirurgische Eingriffe.

Das Konzept ist schnell erklärt: Bei der feuchten, gefährlicheren Form der altersbedingten Makuladgeneration wuchern zunehmend kleine, dünne Blutgefäße direkt im Auge. Diese platzen mit der Zeit auf und führen zu Blutungen – irgendwann auch direkt im Bereich der Makula, dem Punkt des schärfsten Sehens. Zu diesem Zeitpunkt hat der/die Betroffene womöglich bereits ein gutes Stück Sehkraft irreversibel eingebüßt. Zuvor erscheinen gerade Linien immer häufiger verschwommen und verzerrt – ein klassischer Indikator für die feuchte AMD, bei der Ihr Augenarzt sofort tätig werden sollte. Durch eine gezielte Hemmung des VEGF-Botenstoffs kann die krankhafte Neubildung jener Blutgefäße effektiv eingedämmt werden. Die Sehkraft kann so erhalten, der Fortschritt der Krankheit stellenweise gar aufgehalten werden. Eine vollständige Heilung der feuchten AMD ist bislang leider nicht möglich.

Die feuchte Form der AMD ist mit etwa 15% deutlich geringer verbreitet als die trockene Ausprägung. Im Gegensatz zur letzteren kann die feuchte AMD jedoch effektiv behandelt werden – nicht zuletzt dank Wirkstoffe wie Pegaptanib. Der VEGF-Inhibitor wurde bereits 2004 für die Therapie in den USA zugelassen. Zwei Jahre später ging das Medikament unter dem Handelsnamen Macugen nach Europa, wo es fortan regelmäßig im Kontext von Anti-VEGF-Therapien verabreicht wurde. Verschiedene Studien konnten Pegaptanib in den Folgejahren eine effektive Langzeitwirkung bei feuchter AMD nachweisen. Mittlerweile können Augenärzte aus einer breiteren Palette von effektiven VEGF-Hemmern wählen.

Die eigentliche Behandlung ist vergleichsweise simpel: Für gewöhnlich injiziert der Augenarzt 0,3 mg Pegaptanib alle sechs Wochen direkt in den Glaskörper. Das Auge wird zuvor lokal betäubt. Die Injektion ist für den Patienten unangenehm, jedoch nicht schmerzhaft. Klassische Nebenwirkungen einer konventionellen intravitrealen Injektion sind bei der Gabe von Pegaptanib genauso wie bei vergleichbaren Mittel häufiger zu beobachten. Über die weiteren Nebenwirkungen werden Sie ausführlich von Ihrem behandelnden Augenarzt aufgeklärt.