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Pachymetrie

Für verschiedene Untersuchungen beim Augenarzt kann es wichtig sein, dass der Mediziner die Hornhautdicke seines Patienten kennt. Die Technik, mit der diese Dicke ermittelt wird, heißt Pachymetrie. Grundsätzlich stehen zwei verschiedene Verfahren zur Auswahl: einmal die optische Messung und einmal die Pachymetrie mit Hilfe von Ultraschall. Mit dem Optischen Kohärenz-Pachymeter, kurz: OCP, kann die Messung ohne Berührung des Auges erfolgen. Bei der Messung mit Ultraschall muss ein winziger Ultraschallkopf direkt auf die Hornhaut des zu vermessenden Auges gesetzt werden.

Kontaktfreie Messung ist keine Kassenleistung

In ihrer Genauigkeit unterscheiden sich beide Methoden kaum, die möglichen Abweichungen bewegen sich jeweils in der Größenordnung von wenigen Mikrometern. Ein Unterschied ergibt sich allerdings hinsichtlich der Kosten beziehungsweise deren Erstattung durch die gesetzlichen Krankenkassen. Kommt Ultraschall zum Einsatz und ist die Ermittlung der Hornhautdicke medizinisch geboten, übernimmt die Kasse die Kosten. Die für den Patienten angenehmere kontaktfreie Messung muss der Augenarzt mit dem Patienten in der Regel als so genannte Individuelle Gesundheitsleistung abrechnen.

Ergänzung zur Messung des Augeninnendrucks

Wer seinen Augenarzt oder Optiker zur Pachymetrie befragt, der erfährt, dass die Messung der Hornhautdicke oftmals im Zusammenhang mit anderen Untersuchungen erforderlich ist. Einem verantwortungsvollen Optiker ist es ebenso wie einem guten Augenarzt ein Anliegen, seine Kunden bzw. Patienten umfassend über mögliche Erkrankungen des Auges zu informieren. Die Auswirkungen eines Grünen Stars zum Beispiel lassen sich deutlich reduzieren, wenn das Glaukom frühzeitig erkannt wird. Optiker und Augenärzte raten daher Menschen ab dem 40. und manchmal bereits an dem 35. Lebensjahr regelmäßig den Augeninnendruck kontrollieren zu lassen. Diese Messungen können sowohl in der Arztpraxis als auch beim Optiker durchgeführt werden. Sie sind von großer Bedeutung, weil zu hoher Augeninnendruck als Hauptursache des Grünen Stars gilt. Eine der gebräuchlichsten Methoden zur Messung des Drucks ist die Applanationstonometrie. Der Augenarzt prüft dabei, wie viel Kraft aufgewendet werden muss, um die Hornhaut bis zu einem bestimmten Grad abzuflachen. Der Wert lässt Rückschlüsse auf den im Inneren des Auges herrschenden Druck zu. Allerdings gibt es einen wichtigen Aspekt zu berücksichtigen: Eine überdurchschnittlich dünne oder dicke Hornhaut kann zu verfälschten Resultaten führen. Deshalb muss ergänzend zur Augeninnendruckmessung die Pachymetrie durchgeführt werden.

Vorbereitung auf Operationen

Kennt der Augenarzt die Dicke der Hornhaut, kann er den zuvor von ihm selbst oder vom Optiker ermitteln Augeninnendruck mit einem bestimmten Faktor umrechnen. Auf diese Weise erhält er den tatsächlichen Wert, der nun zur Grundlage für weitere Untersuchungen oder für die Behandlung werden kann. Die Dicke der Hornhaut ist aber nicht nur im Zusammenhang mit dem Grünen Star von Bedeutung. Sie wird auch im Vorfeld verschiedener Operationen am Auge ermittelt, damit der Augenarzt den Eingriff korrekt planen kann. Je mehr Informationen dem Mediziner zur Verfügung stehen, desto besser kann er sich auf den Eingriff vorbereiten und desto gezielter kann er die Methoden auswählen, die beim jeweiligen Patienten die besten Erfolge versprechen.