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Nystagmus

Unter Nystagmus versteht man rhythmische oder unkontrollierbare Bewegungen des Auges. Der Begriff kann auch mit „Augenzittern“ übersetzt werden. Man unterscheidet hierbei zwischen physiologischem und pathologischem Nystagmus, der vom Augenarzt diagnostiziert wird.

Nystagamus – Abbildung

 

Beim Nystagmus handelt es sich um unkontrollierbare Bewegungen des Auges

Formen des Nystagmus

Der physiologische Nystagmus ist sinnvoll und dient dazu, dass das optische Bild konstant auf der Netzhaut gehalten wird. Das ermöglicht erst eine visuelle Wahrnehmung. Eigenbewegungen des Auges, Bewegungen des betrachteten Objekts und Bewegungen des Kopfes im Raum führen zu Bewegungen des Lichtreizes auf der Netzhaut. Sollte die Winkelgeschwindigkeit dieser Reflexe zu groß werden, wird das Bild nicht mehr als scharf wahrgenommen. Augen, die mit einer Retina ausgestattet sind, streben es darüber hinaus stets an, den Focus im Bereich des schärfsten Sehens zu halten. Ein alltägliches Beispiel für den physiologischen Nystagmus ist der sogenannte optokinetische Nystagmus, der in Erscheinung tritt, wenn sich Wahrnehmungsobjekte relativ zur Netzhaut ständig bewegen. Das kann u.a. bei dem seitlichen Blick aus einem fahrenden Auto der Fall sein.

Ein pathologischer Nystagmus hingegen weist einen nicht natürlichen Ursprung auf, denn in diesem Fall tritt die Augenzuckung auch in völliger Ruhe auf. Diese Zuckungen können bspw. durch Schwindel oder anderen Provokationsbewegungen ausgelöst werden. Darüber hinaus können gewisse Störungen der Augenkontrolle bei Erkrankungen des Hirnstamm und Kleinhirns dafür verantwortlich sein. Drogen wie Ecstasy können ebenfalls einen Nystagmus im Ruhezustand auslösen. Hierbei ist er das Ergebnis einer fehlerhanystften Koordination aus dem Sehen und dem Gleichgewichtssinn.
Der krankhafte Nystagmus lässt sich in einem zentralen und einem peripheren Nystagmus unterteilen. Der zentrale Nystagmus ist die Folge eines Hirnschadens. Der periphere Nystagmus wird durch die Schädigung des Nervus vestibulocochlearis oder des Gleichgewichtsorgans ausgelöst. Eine rasche Diagnose durch einen Augenarzt ist hierbei empfehlenswert.

Pathologischer Nystagmus bei Kindern

Diverse Formen des pathologischen Nystagmus findet man auch bei Kleinkindern vor. Entweder tauchen sie als kongenitalen Nystagmus, der zumeist harmlos ist, oder in Einzelfällen als okulärer Nystagmus auf – die Folge früher Augenschäden. In jedem Fall ist eine augenärztliche Untersuchung zwingend notwendig. Besonders bei Kleinkindern ist ein Nystagmus eine dringende Indikation, einen Spezialisten für Kleinkinder aufzusuchen. Es ist häufig ein Anzeichen für diverse Augenleiden oder Albinismus – Erkrankungen, die sofort behandelt werden müssen.

Therapie Nystagmus

Pathologischer Nystagmus ist für Betroffene zumeist unangenehm, da das Augenzittern nicht zu kontrollieren ist. Die Bewegungen sind nicht selten mit einer konstanten psychischen Belastung verbunden, denn einerseits ist ein unangenehmes Gefühl beim eigentlichen Sehvorgang stets vorhanden und andererseits reagieren Mitmenschen häufig negativ auf das Augenzittern. Rund 50 % des angeborenen Augenzitterns können durch eine Operation verbessert werden. Davor muss festgestellt werden, ob der Patient in einer bestimmten Kopfhaltung weniger stark betroffen und ob überhaupt eine Kopfzwanghaltung vorhanden ist. Anschließend muss man unterscheiden, ob Gegenstände in der Ferne oder in der Nähe besser erkannt werden. Basierend darauf, kann man diverse Operationsverfahren in Betracht ziehen.

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