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Nystagmus (Augenzittern)

Unter Nystagmus (sog. „Augenzittern“) versteht man rhythmische und unkontrollierbare horizontale Bewegungen des Auges. Die für gewöhnlich unerwartet auftretenden Bewegungen führen zu einer erheblichen Einschränkung der Sehkraft und betreffen meist beide Augen. Man unterscheidet dabei zwischen der physiologischen und pathologischen Nystagmus, wobei sich beide Formen aus schnellen und langsamen Zitterbewegungen der Augen zusammensetzen.

Nystagmus: Ursachen

Die Ursachen des Augenzitterns sind noch nicht endgültig erforscht. Als sicher gilt aber, das einige Formen erblich, also genetisch bedingt sind. Des weiteren kommen auch bestimmte Krankheiten, wie z.B. der Graue Star als Ursache in Frage. Weitere Ursachen sind möglicherweise:

Abbildung - Nystagmus
© Alila Medical Media / Fotolia

Formen

Man unterscheidet zwei Formen des Augenzitterns – die physiologische und die pathologische Form.

Physiologische Nystagmus

Der physiologische Nystagmus ist sinnvoll und dient dazu, dass das optische Bild konstant auf der Netzhaut gehalten wird. Das ermöglicht erst eine visuelle Wahrnehmung. Eigenbewegungen des Auges, Bewegungen des betrachteten Objekts und Bewegungen des Kopfes im Raum führen zu Bewegungen des Lichtreizes auf der Netzhaut. Sollte die Winkelgeschwindigkeit dieser Reflexe zu groß werden, wird das Bild nicht mehr als scharf wahrgenommen. Die Netzhaut des Auges strebt es darüber hinaus stets an, den Focus im Bereich des schärfsten Sehens zu halten. Ein alltägliches Beispiel für das physiologische Augenzittern ist der sogenannte optokinetische Nystagmus, der in Erscheinung tritt, wenn sich Objekte vor dem Auge in ständiger Bewegung befinden. Das kann u.a. bei dem seitlichen Blick aus einem fahrenden Auto der Fall sein.

Pathologischer Nystagmus

Ein pathologischer Nystagmus weist einen nicht natürlichen Ursprung auf, denn in diesem Fall tritt das Augenzucken auch in völliger Ruhe auf. Diese Zuckungen können bspw. durch Schwindel oder anderen Provokationsbewegungen ausgelöst werden. Darüber hinaus können gewisse Störungen der Augenkontrolle bei Erkrankungen des Hirnstamms und Kleinhirns dafür verantwortlich sein. Drogen wie Ecstasy können ebenfalls einen Nystagmus im Ruhezustand auslösen. Hierbei ist er das Ergebnis einer fehlerhaften Koordination aus dem Sehen und dem Gleichgewichtssinn. Das pathologische Augenzittern lässt sich in einen zentralen und einem peripheren Nystagmus unterteilen. Ersterer ist die Folge eines Hirnschadens. Der periphere Nystagmus wird durch die Schädigung des Nervus vestibulocochlearis oder des Gleichgewichtsorgans ausgelöst. Eine rasche Diagnose durch einen Augenarzt ist hierbei empfehlenswert.

Diverse Formen des pathologischen Nystagmus findet man auch bei Kleinkindern vor. Entweder tauchen sie als kongenitaler Nystagmus, der zumeist harmlos ist, oder in Einzelfällen als okulärer Nystagmus auf – die Folge früher Augenschäden. In jedem Fall ist eine augenärztliche Untersuchung zwingend notwendig. Besonders bei Kleinkindern ist dieses Augenzittern eine dringende Indikation, einen Spezialisten für Kleinkinder aufzusuchen. Es ist häufig ein Anzeichen für diverse Augenleiden oder Albinismus – Erkrankungen, die sofort behandelt werden müssen.

Nystagmus: Behandlung

Der pathologische Nystagmus ist für Betroffene zumeist unangenehm, da das Augenzittern nicht zu kontrollieren ist. Die Bewegungen sind nicht selten mit einer konstanten psychischen Belastung verbunden, denn einerseits ist ein unangenehmes Gefühl beim eigentlichen Sehvorgang stets vorhanden und andererseits reagieren Mitmenschen häufig negativ auf das Augenzittern. Rund 50 % des angeborenen Augenzitterns können durch eine Operation verbessert werden. Davor muss festgestellt werden, ob der Patient in einer bestimmten Kopfhaltung weniger stark betroffen und ob überhaupt eine Kopfzwanghaltung vorhanden ist. Anschließend muss man unterscheiden, ob Gegenstände in der Ferne oder in der Nähe besser erkannt werden. Basierend darauf kann man diverse Operationsverfahren in Betracht ziehen.

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Von |2018-09-10T11:50:55+00:007. August 2018|
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