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Netzhautvenenverschluss

Bei einem Netzhautvenenverschluss handelt es sich um eine Thrombose in der zentralen Netzhautvene oder einer ihrer Seitenäste. Diese geht mit einseitiger, schmerzloser Sehverschlechterung des betroffenen Auges einher. Eine Thrombose bringen die meisten Menschen mit langen Flugreisen in Verbindung. Das stundenlange Stillsitzen mit angewinkelten Beinen erhöht hier die Gefahr eines Blutgerinnsels. Doch nicht nur in den Beinen kann ein Venenverschluss auftreten, auch das Auge kann betroffen sein. In diesem Fall ist eine rasche Behandlung erforderlich, um das Sehvermögen in möglichst großem Umfang zu erhalten. Wie gut die Chancen stehen, hängt zum einen davon ab, wie schnell der Augenarzt zu Rate gezogen wird. Zum anderen ist aber auch von Bedeutung, welcher Bereich des Auges betroffen ist. Hat der Venenverschluss nur ein geringes Ausmaß erreicht und befindet er sich im Randbereich der Netzhaut, dann bleiben in vielen Fällen keinerlei Sehstörungen zurück. Hat die Erkrankung aber auf das Zentrum der Netzhaut übergegriffen, sind dauerhafte Beeinträchtigungen des Sehvermögens fast immer die Folge. Wiederum lässt sich aber das Ausmaß der Schädigungen durch eine frühzeitige Behandlung in Grenzen halten. Für die Früherkennung ist es wichtig, dass die Betroffenen mit den möglichen Symptomen vertraut sind. Es ist deshalb sinnvoll, mit dem Augenarzt oder Optiker über Auffälligkeiten und Verschlechterungen der Sehkraft zu sprechen. Sowohl der Mediziner als auch der Optiker verfügen über viel Erfahrung und wissen die Schilderungen ihrer Kunden bzw. Patienten daher richtig zu deuten.

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Symptome des Netzhautvenenverschlusses

Typische Anzeichen für einen möglichen Netzhautvenenverschluss sind Sehstörungen, die sich auf ein Auge beschränken und die mit keinerlei Schmerzen verbunden sind. Normalerweise zeigen sich die Störungen morgens stärker als abends. Sie machen sind insbesondere durch vermehrte Unschärfe und durch Schatten im Blickfeld bemerkbar. Bleiben die Sehstörungen auf einige Teile des Gesichtsfeldes beschränkt, ist das für den Augenarzt und den Optiker ein Hinweis darauf, dass möglicherweise nur einzelne Venenäste verschlossen sind. Zeigen sich die Ausfälle hingegen im kompletten Gesichtsfeld, dann deutet dies auf einen deutlich schwerer wiegenden Verschluss im Bereich der zentralen Vene hin. Je nach Art und Umfang der Schädigungen kann der Einsatz eines Lasers sinnvoll sein. Diesen Weg wählt der Augenarzt in der Regel aber nur dann, wenn einzelne Bereiche der Netzhaut sehr stark mit Flüssigkeit durchtränkt sind. Auch wenn bestimmte Segmente der Netzhaut aufgrund des Venenverschlusses praktisch von der Versorgung mit frischem Blut abgeschnitten sind, ist eine Laser-OP erforderlich.

Grunderkrankungen müssen behandelt werden

In den meisten Fällen ist eine Beschränkung der Behandlung auf das Auge weder möglich noch sinnvoll. Denn zumeist steht der Netzhautvenenverschluss mit einer Grunderkrankung wie Diabetes oder Bluthochdruck im Zusammenhang. Manchmal stellen der Augenarzt und der Optiker zusätzlich einen erhöhten Druck innerhalb des Auges fest. Hier bietet sich ein Ansatzpunkt für die Behandlung.

Ganzheitliche Therapie für maximalen Erfolg

Bedeutsamer sind zumeist aber ganzheitliche Therapien, die in enger Absprache mit dem Hausarzt durchgeführt werden. Es geht dabei insbesondere um die Verbesserung der Durchblutung durch die Gabe entsprechender Medikamente und eventuell auch durch Infusionen. Die Senkung der Blutfettwerte und die Behandlung der Diabetes sind ebenfalls erforderlich. Augenarzt und Optiker können Patienten mit Netzhautvenenverschluss außerdem viele weitere Hinweise für eine gesunde Lebensführung geben. So lässt sich beispielsweise durch eine ausgewogenere und fettärmere Ernährung sowie durch den Verzicht auf Nikotin das Risiko von Thrombosen auch im Auge wesentlich reduzieren.