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Netzhautloch (Netzhautforamen)

Ein Netzhautloch (Netzhautforamen) ist eine erhebliche Gefahr für das Sehvermögen und muss schnellstmöglich ärztlich behandelt werden, da sonst eine Erblindung drohen kann. Ein Netzhautloch kann durch eine starke Schrumpfung des Glaskörpers im Alter entstehen, bei der starke Zugkräfte an den Kontaktstellen zwischen Glaskörper und Netzhaut wirken.

Ursache

Füllt der Glaskörper in jungen Jahren noch das komplette Auge aus, so kann er im fortschreitenden Lebensalter deutlich schrumpfen und im Auge hinabsinken. Dabei übt der Glaskörper Zug auf die Kontaktstellen zwischen Netzhaut und Glaskörper aus und es kann zu Einrissen und Löchern kommen. Nur selten kommt es dabei zur Wahrnehmung von „Blitzen“ oder „Rußregen“ oder einer starken Sehverschlechterung. Erst nach Tagen, Wochen oder Monaten entsteht in 10-20% der Fälle aus dem Netzhautloch eine echte Netzhautablösung, die das Sehen nachhaltig beeinflussen kann.

© Alila Medical Media / Fotolia

Symptome –  wie macht sich ein Netzhautloch bemerkbar?

Zwar verspürt man aufgrund fehlender Nervenfasern im Auge keinerlei Schmerz, dennoch können einige Symptome auf ein Loch in der Netzhaut hindeuten:

  • das Wahrnehmen von nebel- oder rauchartigen Abbildungen im Gesichtsfeld
  • „Fliegende Mücken“ die vor dem Auge schwimmen
  •  auftretende Blitze, die auch bei geschlossenen Augen auftreten

Therapie

Wenn der Augenarzt den Verdacht auf ein Netzhautloch mit einer Funduskopie oder Ophthalmoskopie bestätigt hat, verfolgt er mit der Behandlung das Ziel, das Netzhautloch zu schließen. Dies ist in der Regel durch den Einsatz eines Lasers möglich. Die Versiegelung mittels Laser ist bei minimalen Löchern das Mittel der Wahl. Der Augenarzt, der den Eingriff gemeinsam mit seinen Assistenten durchführt, muss dafür zunächst den Glaskörper entfernen. Im zweiten Schritt geht es darum, die für das Loch verantwortlichen Zugkräfte zu reduzieren. Zumeist geschieht dies durch die Entfernung von krankhaftem, neu gebildetem Gewebe auf der Netzhaut. Das Abtragen dieses Gewebes führt zu einer Verminderung der Zugkräfte, so dass sich die Ränder des Netzhautloches wieder schließen können.

Auch die Kältebehandlung (Kryotherapie) zeigt gute Resultate. Bei bereits etwas größeren Öffnungen werden die Ränder des Lochs mit einer Kältesonde versiegelt. Beide Verfahren erfordern lediglich eine örtliche Betäubung, die mit Tropfen oder mit einer Spritze herbeigeführt werden kann. Der Eingriff ist nicht schmerzhaft, wird von den Patienten manchmal aber als etwas unangenehm empfunden.

Grundsätzlich gilt: Netzhautlöcher lassen sich auch mit modernster Technik nicht während der Operation verschließen. Die Ränder können also nicht beispielsweise vernäht oder auf andere Weise verbunden werden. Der operierende Augenarzt kann lediglich die Voraussetzungen dafür schaffen, dass das Gewebe von sich aus wieder zusammenwächst und das Loch dadurch geschlossen wird. Damit das gelingt, wird zum Ende der Operation ein spezielles Gasgemisch ins Auge eingefüllt. Es übt den Druck auf die Netzhaut aus, der für das Zusammenwachsen der Ränder erforderlich ist.

Früherkennung

Je kleiner die Löcher in der Netzhaut sind, desto besser können sie behandelt werden. Es ist für maximale Heilungschancen also von Bedeutung, dass die Netzhautlöcher frühzeitig erkannt werden. Um das sicherzustellen, sollten insbesondere Angehörige von Risikogruppen regelmäßig ihren Augenarzt oder Optiker aufsuchen. Das gilt vor allem für Kurzsichtige, insbesondere wenn die Fehlsichtigkeit stark ausgeprägt ist. In diesem Fall ist die Neigung zu einer Degeneration der Netzhaut generell größer. Aber auch jeder andere Erwachsene sollte spätestens ab dem 40. Lebensjahr regelmäßig seine Augen beim Arzt oder beim Optiker unter die Lupe nehmen lassen.

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Von |2018-06-28T13:54:50+00:002. August 2017|
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