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Nachsorge bei Kataraktoperationen

Das vorrangige Ziel einer Kataraktoperation besteht in der Herstellung eines möglichst guten Sehvermögens. Nachdem der Augenarzt die durch den grauen Star getrübte Linse entfernt und durch eine künstliche Linse ersetzt hat, kann der Patient oft schon am Tag nach der Operation eine deutliche Verbesserung feststellen. Der Augenverband, der das operierte Auge unmittelbar nach dem Eingriff geschützt hat, kann zumeist schon nach der ersten Nacht vom Augenarzt entfernt werden. Im Anschluss daran legt der Augenarzt die weitere Therapie fest. Dazu gehört die Gabe von Augentropfen, die der Patient exakt nach den Vorgaben des Augenarztes anwenden sollte.

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Schneller Heilungsprozess

Da die Kataraktoperationen minimalinvasiv durchgeführt werden kann und deshalb nur sehr kleine Schnitte in die Hornhaut erforderlich sind, schreitet der Heilungsprozess schnell voran. Weder direkt nach der Operation noch im weiteren Verlauf muss der Patient mit Schmerzen rechnen. Auch die Einschränkungen gelten als gering. Die wenigen Hinweise, die der Betroffene vom Augenarzt oder auch von seinem Optiker erhält, sollte er allerdings unbedingt befolgen.

Das Auge braucht anfangs Schonung

In den ersten Tagen nach der Kataraktoperationen sollte alles unterbleiben, was das Auge reizen oder ihm schaden könnte. Kurz nach dem Eingriff darf der Patient keinesfalls am Auge reiben, was in der Regel durch den Verband auch nicht möglich ist. Aber auch nach der Entfernung des Verbandes muss das Auge noch mit größerer Vorsicht behandelt werden. So verbietet sich beispielsweise auch ein Besuch im Schwimmbad. Für einen gewissen Zeitraum schreibt der Augenarzt seinen Patienten nach der Kataraktoperation krank. In den meisten Berufen ist das aber nur für wenige Tage sinnvoll. Ein stationärer Aufenthalt ist nach einem erfolgreich verlaufenen Eingriff praktisch nie erforderlich. Eine ambulante Versorgung genügt völlig. Wichtig ist hingegen eine regelmäßige Kontrolle des Sehvermögens insbesondere in den ersten Tagen und Wochen nach dem Einsetzen der künstlichen Linsen. Die entsprechenden Messungen können sowohl beim Augenarzt als auch beim Optiker stattfinden. Die Experten sind auch die richtigen Ansprechpartner für alle Fragen rund um das Leben mit Kunstlinsen. Wer zum Beispiel kurz nach der Operation ein Fremdkörpergefühl im Auge verspürt und darüber mit dem Augenarzt oder dem Optiker spricht, der erfährt, dass es sich um eine völlig normale Begleiterscheinung des Eingriffs handelt. Sie stellt keinen Grund zur Sorge dar. Das möglicherweise leichte Jucken im Auge sollte jedoch keinesfalls zum Reiben verleiten.

Regelmäßige Kontrolle beim Augenarzt

Während der Optiker das Sehvermögen des operierten Auges mit seinen Messinstrumenten recht zuverlässig ermitteln kann, sollte eine eingehendere Untersuchung dem Augenarzt vorbehalten bleiben. Wenn der Optiker sich nicht sicher ist, wie bestimmte Schilderungen des Kataraktpatienten zu bewerten sind, wird er ohnehin von sich aus auf den Augenarzt verweisen. Die Kontrolltermine beim behandelnden Arzt müssen unbedingt eingehalten werden. Denn der Augenarzt muss überprüfen, ob die durch die Augentropfen unterstützte Wundheilung wie vorgesehen verläuft. Und es sollte auch dem Augenarzt vorbehalten bleiben, dem Patienten „grünes Licht“ für bestimmte Aktivitäten wie Sport, Hausarbeit oder andere anstrengende Tätigkeiten zu geben. Bei diesen Gelegenheiten kann sich der Druck im Auge verstärken. Damit der erhöhte Druck kein Risiko für das frisch operierte Auge darstellt, muss der Heilungsprozess ausreichend fortgeschritten sein. Und auch der Optiker kommt im Rahmen der Nachsorge noch einmal zum Zug. Er kann, etwa einen Monat nachdem die Kunstlinsen implantiert wurden, die eventuell noch erforderliche Brille anpassen.