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Monovision

Für Sehschwächen und Fehlsichtigkeiten aller Art kennen Ihr Augenarzt und Ihr Optiker die richtigen Gegenmittel: Brillen, Kontaktlinsen oder Laserbehandlungen sind häufigsten Methoden, mit denen Unzulänglichkeiten des Auges ausgeglichen werden können. Ein interessanter Ansatz, der insbesondere bei Menschen zwischen dem 45. und 65. Lebensjahr verfolgt wird, ist die Monovision.

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Ein Auge für Sehen in der Ferne, eine Auge für den Nahbereich

Bei der Monovision geht es darum, ein Auge für das Sehen in der Ferne zu optimieren und das andere für das Sehen im Nahbereich. Es können also gleichzeitig Kurzsichtigkeit und Weitsichtigkeit bzw. die Alterssichtigkeit und andere Fehlsichtigkeiten korrigiert werden. Jedes Auge erhält also eine Aufgabe, und im Gehirn werden die unterschiedlichen Bilder dann zusammengeführt. Hierin unterscheidet sich die Monovision von herkömmlichen Sehhilfen wie Brillen oder normalen Kontaktlinsen. Diese sind stets darauf ausgerichtet, beiden Augen scharfes Sehen in den gleichen Entfernungsbereichen zu ermöglichen.

Ohne Brille durchs Leben gehen

Das Tragen einer Brille kommt für viele Menschen aus unterschiedlichen Gründen nicht infrage. Die einen führen ästhetische Gründe ein, die anderen fühlen sich mit einer Brille auf der Nase in ihrer Bewegungsfreiheit eingeschränkt. In diesem Fall können Kontaktlinsen eine gute Alternative sein, auch die operative Korrektur von Brechungsfehlern in der Linse unter Einsatz von Laserstrahlen hat in den vergangenen Jahren deutliche Fortschritte gemacht. Auch die beste Lasertechnik stößt aber an ihre Grenzen, wenn es um die Korrektur der Presbyopie, also der Alterssichtigkeit, geht. Hier ist das Tragen einer Lesebrille vom Optiker oft die einzige Möglichkeit. Mit der Monovision können Betroffene eine weitgehende Unabhängigkeit sowohl von der Lesebrille als auch von anderen Sehhilfen erreichen.

Künstliche Linsen als Alternative zur Monovision

Bei der Monovision muss ein Auge zum kurzsichtigen und eines zum weitsichtigen Auge umfunktioniert werden. Augenarzt und Optiker sprechen von der Herstellung einer Anisometropie. Der behandelnde Augenarzt kann dieses Ziel auf verschiedene Weise erreichen. Die dauerhaftesten Methoden sind operative Eingriffe. Dabei wird entweder die gewünschte Brechkraft mit einem Laser hergestellt, oder der Patient bekommt eine künstliche Linse implantiert. Ob dieser Eingriff, der nie ohne Risiko sein kann, sinnvoll ist, sollten Interessenten ausführlich mit ihrem Augenarzt oder Optiker besprechen. Möchten Sie sich mit der Monovision zunächst einmal vertraut machen, kann der Griff zu vom Optiker angepassten Kontaktlinsen die richtige Wahl sein. Für beide Augen müssen dann jeweils unterschiedliche Werte ermittelt und unterschiedliche Linsen getragen werden. Nachteil: Die Abhängigkeit von den Sehhilfen in Form der Kontaktlinsen bleibt erhalten. Der regelmäßige Besuch beim Optiker ist also auch weiterhin erforderlich. Der Einsatz künstlicher Linsen hingegen führt zu weitgehender Unabhängigkeit. Diese Art der Operation wird in Absprache mit Augenarzt und Optiker vielfach dann gewählt, wenn sie medizinisch ohnehin geboten ist – wenn sich in der Linse also zum Beispiel Trübungen zeigen, wie sie typisch für den grauen Star sind.