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Mineralisches Glas

Wenn Sie eine Brille brauchen, müssen Sie beim Optiker vor allem zwei wesentliche Entscheidungen treffen: Welche Fassung möchten Sie tragen? Und wie soll Ihre Brille verglast werden? Bei der Wahl des Gestells sollte vor allem Ihr persönlicher Geschmack den Ausschlag geben. Wenn Sie sehr unschlüssig sind, welche Brillenform zu Ihnen passt, lassen Sie sich vom Optiker beraten. Er kann Ihnen auch sagen, ob die gewählte Fassung gut zu Ihren Korrektionswerten passt. Brauchen Sie zum Beispiel wegen einer stark ausgeprägten Fehlsichtigkeit relativ dicke Brillengläser, ergeben sich bei der Wahl kleiner Brillen oft ästhetische Vorteile. Die Gläser kann der Optiker entweder aus mineralischem Glas oder aus Kunststoff anfertigen.

Dünner als Kunststoffglas

Für mineralisches Glas spricht, dass die Gläser aus diesem Material in der Regel dünner geschliffen werden können als dies bei Kunststoff möglich wäre. Insbesondere durch die Wahl von asphärischem Mineralglas lassen sich selbst starke Fehlsichtigkeiten auf recht unauffällige Weise ausgleichen. Mineralgläser mit einem hohen Brechungsindex messen auch bei sehr hohen Dioptrienwerten oft nur wenige Millimeter. Mit Kunststoffglas sind solche Werte nicht zu erreichen. Allerdings ist mineralisches Glas schwerer als Kunststoff. Den möglichen ästhetischen Vorteil müssen Sie also durch ein höheres Gewicht der Brille „bezahlen“. Das kann den Tragekomfort reduzieren und beispielsweise zu Druckstellen im Bereich der Nase führen.

Gute Lösung für Mehrstärkenbrillen

Aus fachlicher Sicht rät Ihnen der Optiker mitunter dann zu mineralischem Glas, wenn er eine Mehrstärkenbrille herstellen soll. Hierbei müssen Gläser mit unterschiedlichen Korrektionswerten zu einem Brillenglas verschmolzen werden. Das ist mit Mineralglas besser möglich. Es besteht zu mehr als zwei Dritteln aus Quarz und zu etwa 20 Prozent aus Pottasche. Hinzu kommen etwa zehn Prozent Oxide. Diese verleihen dem Glas die erforderliche Härte. Die Gläser für Ihre Brille werden bei sehr hohen Temperaturen von mehr als 1.500 Grad Celsius aus einer flüssigen Masse gepresst. Ihre optischen Eigenschaften erhalten die Gläser später durch die Anpassung und das Einschleifen beim Optiker.

Vor- und Nachteile abwägen

Sofern Sie keine Gleitsichtbrille benötigen, sondern nur eine „einfache“ Brille, rät Ihnen der Optiker in vielen Fällen zu Kunststoffgläsern. Sie sind preisgünstig und leicht, zudem gelten sie als sicherer. Sie brechen nur sehr schwer – und falls die Brille doch einmal während des Tragens zerstört wird, ist das Verletzungsrisiko relativ gering. Mögliche Schäden durch mineralische Augengläser gelten als gravierender. Dennoch können zum Beispiel ein hoher Dioptrienwert oder eine ausgeprägte Hornhautverkrümmung die Wahl von Mineralglas sinnvoll machen. Die Vor- und Nachteile, die mineralische Gläser und Kunststoffgläser jeweils haben, sollten Sie sorgfältig gegeneinander abwägen. Dabei hilft Ihnen ein Beratungsgespräch mit Ihrem Optiker. Er kann Ihnen auch verschiedene Möglichkeiten vorstellen, mit denen Sie die Gläser Ihrer Brille veredeln können. Fragen Sie den Optiker einmal gezielt nach Beschichtungen mit Lotuseffekt, nach Entspiegelungen und nach einer Extrahärtung.