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Metamorphopsie

„Metamorphopsie“ ist ein Sammelbegriff für subjektive Sehstörungen, bei denen ein Mensch die Umwelt verzerrt wahrnimmt. Je nach Art und Ausprägung können verschiedene Augenerkrankungen, psychische und/oder neurologische Faktoren für dieses Phänomen verantwortlich sein. Der Facharzt unterscheidet unabhängig davon zwischen der einfachen und komplizierten Metamorphopsie, wobei es bei letzterer zu psychischen Auswirkungen kommt.

Die moderne Medizin kennt etliche unterschiedliche Formen von Metamorphopsien, die der Augenarzt durch eine genaue Anamnese diagnostizieren und abgrenzen muss. Bei der Mikropsie (griechisch „mikros“ für „klein“) beispielsweise wird die Umgebung verkleinert wahrgenommen, bei der Makropsie („makros“ für „groß“) im Umkehrschluss vergrößert. Die Dysmorphopsie lässt die Umgebung verzerrt erscheinen, die Teleopsie wiederum aus einer gewissen Distanz. Die augenärztliche Herangehensweise an die genaue Feststellung umfasst eine ophthalmologische, neurologische und je nach Fall auch psychiatrische Begutachtung.

Der so genannte „Amsler-Test“ ist das Standardwerkzeug der zeitgemäßen Metamorphopsiediagnostik. Dieser schnell und schmerzfrei durchzuführende Test wird unter anderem für die Früherkennung von Makulaerkrankungen verwendet, insbesondere der ab einem gewissen Alter stark verbreiteten Makuladegeneration. Im Rahmen des Tests, der auch für die erste Selbstdiagnose daheim durchgeführt werden kann, blickt der Patient auf ein gleichmäßiges Gitter. Im nächsten Schritt wird ein Auge verdeckt. Das andere fixiert einen schwarzen Punkt in der Mitte des Gitters. Nun gilt es darauf zu achten, ob alle Linien des Netzes gerade verlaufen oder diese in bestimmten Bereichen verschwommen, unscharf und/oder verzerrt ausfallen. Ist dies der Fall, sollte unbedingt ein Augenarzt konsultiert werden. Der Amsler-Test sollte gerade im fortgeschrittenen Alter regelmäßig durchgeführt werden, idealerweise alle 3-4 Monate.