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Makuladiagnostik

Ihr Augenarzt kann Veränderungen oder Verschlechterungen der Netzhautmitte mit Hilfe der Makuladiagnostik vor dem Auftauchen von Symptomen feststellen. Die erforderlichen Untersuchungen sind nicht schmerzhaft. Der Augenarzt untersucht hierbei die Netzhaut mittels eines Stereomikroskops und einer Lupe. Diesen Vorgang nennt man Augenhintergrundspiegelung. Eine weitere Technik ist die Fluoreszenzangiografie. Es wird ein Farbstoff gespritzt, der auch die Gefäße der Netzhaut färbt und so abnormale Veränderungen anzeigt. Darüber hinaus steht die Optische Kohärenztomografie (OCT) zur Verfügung. Mit dieser kann man die verschiedenen Schichten der Netzhaut exakt darstellen, ohne das Auge an sich zu berühren.

Definition Gelber Fleck/Makula

Der geläufige Ausdruck für die „macula lutea“ lautet „Gelber Fleck“. Damit bezeichnet man einen Bereich der menschlichen Netzhaut, der die größte Dichte an Sehzellen vorweist. Er lässt sich in der Mitte der Netzhaut finden und verfügt über einen Durchmesser von rund 2,5 bis 5,0 mm. Dieser Bereich wurde erstmals von Samuel Thomas von Soemmerring als „Gelber Fleck“ bezeichnet. Allerdings ist die Farbe bei lebenden Menschen kaum zu sehen und durch Pigmente in der Netzhaut bedingt. Nicht mit der „macula lutea“ zu verwechseln ist die rosa gefärbte Sehnervenpapille, die auch Blinder Fleck genannt wird. Hier befinden sich nämlich überhaupt keine Sehzellen. Diese Färbung wird durch das Durchscheinen der weißen Sklera durch das blutführende Kapillarnetz hervorgerufen.

Der Zweck des Gelben Flecks

Die Sehzellen der „macula lutea“ bestehen hauptsächlich aus Zellen für die Farbwahrnehmung – den Zapfen. Der Punkt des schärfsten Sehens befindet sich in der Fovea centralis. Dieser gehört zum Gelben Fleck und enthält ausschließlich Zapfen. Das Verhältnis von Zapfen zu Stäbchen beträgt auf die gesamte Netzhaut bezogen 1:20. Das heißt, es gibt rund 6 Millionen Zapfen und 120 Millionen Stäbchen. Im Alltag werden wechselnde Bereiche der Umgebung durch Augenbewegung kontinuierlich auf die Fovea via Projektion geworfen. Die subjektive Wahrnehmung des scharfen Gesamtbildes entsteht in den der Netzhaut nachgeschalteten Bereichen des menschlichen Gehirns.

Erkrankungen und Fehlsichtigkeiten

Die Makuladegeneration löst gerade bei älteren Menschen eine starke Einschränkung des Sehens aus. Der Gelbe Fleck ist zwar nur wenige Quadratmillimeter groß, aber essentiell für wesentliche Sehleistungen. In diesem Bereich herrscht ein Stoffwechsel, der natürlich Abbauprodukte mit sich bringt. Diese werden von der sich darunter befindenden Gewebsschicht abtransportiert.
Im Laufe des Lebens kann es Störungen geben, die nach kurzer Zeit zu Ablagerungen unter der Netzhaut führen. Diese altersabhängige Makuladegeneration führt zum verschwommenen Sehen oder schwarzen Flecken in der Mitte des Gesichtsfeldes. Erkrankungen der Netzhaut verursachen keine Schmerzen, da der Bereich nicht von Schmerzfasern durchzogen ist. Deswegen sollte man dem Augenarzt umgehend alle Sehstörung mitteilen. Das Frühstadium der trockenen Makuladegeneration erkennt man an „Drusen“. Diese sind gelbliche Ablagerungen unter der Makula, die das Sehen zunächst einmal nur geringfügig beeinflussen. Bei der Spätform sind bereits Zellen degeneriert, was zu einer Verschlechterung der Sehkraft führt. Die feuchte Makuladegeneration offenbart ein „Makulaödem“ in der Netzhautmitte. Das ist eine Schwellung, in der sich Flüssigkeit angesammelt hat. Der Grund sind neue Gefäße, die porös sind und deshalb Flüssigkeit abgeben, manchmal auch Blut. Im fortgeschrittenen Zustand vernarbt die Netzhautmitte und es kommt zur Zerstörung von Sehzellen.