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Makuladegeneration – Verlauf und Prognose

Wie eine Makuladegeneration bei Betroffenen verläuft und welche Behandlungsmöglichkeiten es gibt, ist individuell sehr unterschiedlich. Der Verlauf und die Prognose hängen vor allem davon ab, um welche Form der altersabhängigen Makula­degeneration (AMD) es sich handelt.

Inhaltsverzeichnis: Makuladegeneration

Verlauf und Prognose der trockenen Makuladegeneration

Die trockene Makuladegeneration schreitet häufig über Jahre voran, ohne dass sie anfangs zu gravierenden Sehstörungen oder einer zentralen Erblindung führt. In einigen Fällen kann der Fortschritt der Erkrankung sogar für längere Zeit aussetzen oder stagnieren. Betroffene Patienten stellen dann für Monate oder Jahre keinerlei Verschlechterung der Symptome fest. Ein vollständiger Stillstand ist meist jedoch sehr unwahrscheinlich, auch wenn dazu vereinzelt Fälle in der Forschung beschrieben wurden. Kommt es zu merkbaren Symptomen, haben sich größere Mengen an Drusen im Bereich der Makula abgelagert. Diese können nicht entfernt werden, verbleiben dauerhaft und führen zu Seheinschränkungen beim Patienten.

Das Hauptrisiko der trockenen AMD besteht darin, dass sie jederzeit in die wesentlich aggressivere feuchte Form der Erkrankung übergehen kann. In etwa 15 Prozent der Fälle entwickelt sich aus der trockenen Makuladegeneration die feuchte Verlaufsform.

Leider gibt es bisher noch kein etabliertes Behandlungsverfahren, das den Verlauf der trockenen AMD stoppen kann. Die Heilungschancen sind leider vergleichsweise schlecht. Eine Minimierung der Risikofaktoren und eine gesunde Ernährung helfen jedoch, die Augen zu schützen. Zu den vermeidbaren Risikofaktoren gehören Bluthochdruck, Übergewicht, schädliche UV-Strahlung und vor allem das Rauchen. Ein gesunder Lebensstil kann zudem dazu beitragen, dass der Übergang von der trockenen Makuladegeneration in die feuchte Form hinausgezögert oder verhindert wird.

Verlauf und Prognose der feuchten Makuladegeneration

Die feuchte Makuladegeneration macht nur ca. 15 % aller AMD-Erkrankungen aus, führt aber ohne Behandlung in mehr als 80 % der Fälle zu schwerwiegenden Sehstörungen oder einer zentralen Erblindung. Die feuchte Makuladegeneration entwickelt sich im Gegensatz zur trockenen Verlaufsform sehr rasch. Auch wenn sich der zeitliche Verlauf schwer vorhersagen lässt, spürbare Sehverschlechterungen innerhalb weniger Wochen bilden keine Ausnahme. Reißt eines der krankhaft gebildeten Gefäße, kann die Einblutung in die Makula zu einem starken Sehverlust führen. Patienten sehen dann plötzlich deutlich schlechter als vorher.

Augenärzte können die Grunderkrankung zwar immer noch nicht heilen, aber moderne Therapieverfahren und Medikamente können den Krankheitsverlauf der feuchten AMD erfolgreich verlangsamen oder stoppen. In einigen Fällen kann auch eine Verbesserung der Sehleistung erreicht werden. Eine entscheidende Rolle spielt dabei die Zeit. Je früher eine feuchte Makuladegeneration erkannt wird, desto besser stehen die Therapiechancen. Sind auf der Netzhaut erst einmal Narben entstanden, können viele der heutigen Behandlungsmöglichkeiten nicht mehr greifen.

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Holz, F.G. (et al.) (Hrsg.): Altersabhängige Makuladegeneration, Springer-Verlag, 3. Auflage, 2011.
Sachsenweger, M.: Duale Reihe Augenheilkunde, Georg Thieme Verlag, 2. Auflage, 2002.
Walter, P. & Plange, N.: Basiswissen Augenheilkunde, Springer-Verlag, 1. Auflage, 2017.
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Von |2019-04-03T13:42:52+02:009. Januar 2019|
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