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Makuladegeneration: Stadien

Die unterschiedlichen Formen der Makuladegeneration lassen sich in verschiedene Stadien einteilen. Für die Einteilung bedient man sich bei dem neuen Klassifikationsschema der Beckman Initiative (Clinical Classification of Age-related Macular Degeneration).

Inhaltsverzeichnis: Makuladegeneration

Keine altersbedingte Makuladegeneration

In diesem Stadium treten keine Symptome auf. Der Arzt stellt höchstens kleine Drusen (Drupelets) mit einer Größe von < 63 μm fest. Die Gesamtfläche aller Drusen umfasst dabei weniger als 125 μm. Zudem ist keinerlei Pigmentveränderungen am Augenhintergrund zu erkennen. Beide Augen zeigen bei der Untersuchung die gleichen Ergebnisse.

Frühstadium der altersbedingten Makuladegeneration

Im frühen Stadium der Makuladegeneration zeigen sich oft noch keine Symptome. Der Arzt stellt neben ersten kleinen Drusen (< 63 μm) auch einige mittelgroße Drusen (63 – 125 μm) am Augenhintergrund fest. Bei manchen Patienten können auch einzelne große Drusen gefunden werden. Die Gesamtfläche der Drusen ist dabei insgesamt größer als 125 μm und/oder erste Pigmentveränderungen am Augenhintergrund sind erkennbar. In diesem Stadium klagen die ersten Betroffenen über eine unscharfe Sicht in der Mitte des Gesichtsfeldes.

Mittleres Stadium der altersbedingten Makuladegeneration

In diesem Stadium zeigen sich am Augenhintergrund viele kleine, mittelgroße und auch große Drusen (> 125 μm). Diese verteilen sich scharf oder unscharf begrenzt über ein größeres Areal um das Sehzentrum herum. Die Pigment- und Gefäßschicht der Netzhaut zeigen sich zudem stellenweise ausgedünnt oder eingerissen. Zudem gibt erste Anzeichen einer Unterversorgung (Atrophie) des Sehzentrums. Es kommt zu ersten Ausfällen des zentralen Gesichtsfeldes der Betroffenen.

Fortgeschrittenes Stadium der altersbedingten Makuladegeneration

Dieses Stadium ist durch eine großflächigere Unterversorgung der Netzhaut gekennzeichnet. Davon direkt betroffen ist auch das Sehzentrum (Makula). Es kommt zur Bildung krankhafter Blutgefäße im Bereich der Makula, Blutungen und eingerissenem Pigmentepithel. Das Gesichtsfeld der Betroffenen ist von einem unterschiedlich großen Fleck überlagert, der die zentrale Sicht größtenteils oder völlig einschränken kann. Die Netzhaut des Patienten kann zudem erste Vernarbungen aufweisen.

Abgrenzung trockene und feuchte Makuladegeneration

Das frühe und mittlere Stadium der Makuladegeneration wird allgemein als trockene AMD bezeichnet, die fortgeschrittene Form auch feuchte („exsudative“) AMD. Nicht jeder Patient, der unter einem frühen Stadium leidet, entwickelt auch das fortgeschrittene, schwere Stadium der Makuladegeneration. Laut aktuellen Schätzungen entwickeln rund 50 % der Patienten, die an dem frühen oder mittleren Stadium erkrankt sind, innerhalb der nächsten 5 Jahre ein fortgeschrittenes Stadium der AMD, wenn dieses unbehandelt bleibt.

Liegt bei Betroffenen das fortgeschrittene Stadium der Makuladegeneration vor, handelt es sich dabei bei zwei Dritteln der Patienten um die feuchte AMD. Diese wird aufgrund ihres schnellen Verlaufs nicht weiter in Stadien unterteilt, obwohl zu einem frühen Stadium der Erkrankung Therapieverfahren noch sinnvoll einsetzt werden können.

Übersicht Makuladegeneration© Alila Medical Media / Fotolia
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Grehn, F.: Augenheilkunde, Springer-Verlag, 31. Auflage, 2012.
Meyer, C., Spraul, C. W. & Tischendorf, F. W.: Auge und Innere Medizin: Okuläre Veränderungen bei systemischen Erkrankungen, Schattauer, 1. Auflage, 2003.
Sachsenweger, M.: Duale Reihe Augenheilkunde, Georg Thieme Verlag, 2. Auflage, 2002.
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Von |2019-04-03T13:12:03+02:008. Januar 2019|
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