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Makula (gelber Fleck)

Die Brechkraft des menschlichen Auges ist darauf ausgerichtet, an einer bestimmten Stelle der Netzhaut ein scharfes Bild zu erzeugen. Dieser Punkt, an dem die höchste Konzentration an Sehzellen vorherrscht, wird als Makula bezeichnet. Augenärzte und Optiker sprechen auch vom gelben Fleck. Sein Durchmesser beträgt etwa 2,5 bis 5 Millimeter. Die Makula ist also derjenige Bereich der Netzhaut, der das schärfste Sehen ermöglicht.

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Ist der Brennpunkt verschoben, sieht man unscharf

Viele Fehlsichtigkeit-Arten wie Kurzsichtigkeit, Weitsichtigkeit oder auch Stabsichtigkeit kommen dadurch zustande, dass der Brennpunkt der einfallenden Lichtstrahlen wegen eines Brechungsfehlers nicht auf dem gelben Fleck liegt. Wenn der Augenarzt den Korrekturbedarf ermittelt, kann der Optiker auf der Grundlage dieser Angaben eine passende Brille herstellen. Der Optiker schleift die Gläser dann so, dass sie die fehlerhafte Brechung des Auges ausgleichen. Auch Kontaktlinsen verfolgen das Ziel, den Brennpunkt wieder auf die Makula zu verlegen. Dies ist die Voraussetzung dafür, dass über den Sehnerv die entsprechenden Signale an das Gehirn weitergeleitet werden können.

Mögliche Erkrankungen der Makula

Es gibt allerdings auch verschiedene Erkrankungen im zentralen Bereich der Netzhaut, die selbst mit sehr guten Brillen vom Optiker nicht in den Griff zu bekommen sind. Hier genügt keine bloße Korrektur der Brechkraft, sondern es muss eine umfassendere Behandlung durch den Augenarzt erfolgen. Allerdings kann der Optiker Patienten, bei denen eine Erkrankung schon relativ weit fortgeschritten ist, mit starken Lupen helfen. Da die Makula von vielen verschiedenen Erkrankungen und krankhaften Veränderungen betroffen sein kann, ist in jedem Fall eine fundierte Diagnose des Augenarztes erforderlich. Der Mediziner überprüft beispielsweise, ob es zu Rissen und Löchern in der Netzhaut gekommen ist, ob diabetische Veränderungen vorliegen oder ob sich Entzündungen zeigen. Je nach Befund kann eine Behandlung mit Medikamenten oder eine Operation erforderlich werden. Erkrankungen der Netzhaut und insbesondere der Makula müssen immer ernst genommen werden. Werden sie nicht oder zu spät behandelt, drohen unter Umständen irreparable Sehschäden.

Makula (gelber Fleck) – Abbildung

 

Die Makula ist der Punkt mit der höchsten Dichte an Sehzellen.

Die Zapfen ermöglichen farbiges Sehen

Besondere Bedeutung hat der gelbe Fleck für die Wahrnehmung von Farben. Ihr Augenarzt und jeder Optiker können Ihnen erklären, warum das so ist: Im Bereich der Makula ist die Zahl der Zapfen besonders hoch. Diese Sehzellen, deren Gegenstück die Stäbchen darstellen, sind für die Farbwahrnehmung zuständig. Es handelt sich um Fotorezeptoren, die in drei verschiedenen Formen bekannt sind: S-, M- und L-Zapfen. Sie sind jeweils für unterschiedliche Bereiche des Farbspektrums zuständig, das für das menschliche Auge sichtbar ist. Die Lichtempfindlichkeit der Zapfen ist deutlich geringer als die der Stäbchen – einer der Gründe, warum wir im Dunkeln praktisch keine Farben wahrnehmen können. Dann funktionieren nämlich beinahe ausschließlich die Stäbchen, die im Wesentlichen nur eine Schwarz-Weiß-Darstellung ermöglichen. Jeder gesunde Mensch hat auf seiner Netzhaut rund sechs Millionen Zapfen, aber 20 Mal so viele Stäbchen. Von diesen gibt es rund 120 Millionen.