Macugen

Macugen: VEGF-Therapie gegen feuchte altersbedingte Makuladegeneration

Die altersbedingte Makuladegeneration ist eine Geißel der Neuzeit: Gerade in Deutschland, wo die Gesellschaft mit vergleichsweise großer Geschwindigkeit altert, häufen sich die Fälle seit Jahren – kein Wunder, steigt das Risiko doch mit zunehmendem Alter signifikant. Konkret haben Menschen zwischen 43 und 54 Jahren ein Erkrankungsrisiko von etwa 8,5%. Bei der Gruppe jenseits des 75. Lebensjahrs erhöht es sich auf über 30 Prozent. Liegen AMD-Erkrankungen in der Familie vor, erhöht sich das Risiko von Nachkommen spürbar. Individuelle Faktoren wie starkes Rauchen steigern es im nächsten Schritt weiter. Das Ergebnis ist besorgniserregend und mittlerweile Gegenstand eines vergleichsweise großen Segments der modernen Pharmaindustrie: Noch immer ist die AMD die häufigste Ursache für Erblindungen in der westlichen Welt.

Eine gute Nachricht gibt es: Die Behandlungsansätze der altersbedingten Makuladegeneration haben in den letzten 25 Jahren große Sprünge gemacht. Die trockene, mit etwa 85% Anteil an den Gesamterkrankungen deutlich häufigere Ausprägung der AMD lässt sich allerdings nicht so effektiv behandeln wie die feuchte, aggressivere Form der Krankheit. Moderne Medikamente können die feuchte AMD wohlgemerkt nicht vollends heilen, jedoch die krankhafte Neubildung von Gefäßen beträchtlich verlangsamen oder gar aufhalten. Im Hinblick darauf hat sich in den letzten Jahren die so genannte Anti-VEGF-Therapie über eine Spritze direkt ins Auge als Standardansatz etabliert.

Im Kontext dieser Therapie ist nicht zuletzt der so genannte VEGF-Inhibitor Pegaptanib – besser bekannt unter dem Handelsnamen Macugen aus dem Hause Pfizer – geläufig. Hinter dem „Vascular Endothelial Growth Factor“ (kurz „VEGF“) steckt ein wichtiges Signalmolekül, das mit der unerwünschten Neubildung von kleinen Blutgefäßen im Auge – das Kernproblem der AMD – in Verbindung steht. Macugen gehört zu den ältesten Präparaten der so genannten Anti-VEGF-Therapie, die seit 2004 die Runde um den Globus macht. Das Mittel wurde im selben Jahr für den Einsatz in den USA zugelassen. Zwei Jahre später folgte die Zulassung für den europäischen Markt. Häufig wird in diesem Kontext auch das Medikament Lucentis des Pharmagiganten Novartis genannt. Beide Mittel gelten als gut erforscht und vergleichsweise sicher.

Um eine hohe Wirkstoffkonzentration direkt an der betroffenen Stelle zu gewährleisten wird Macugen direkt in den Glaskörper des Auges injiziert. Die Wirkung wird dadurch verstärkt, während die Nebenwirkungen an anderen Stellen des Körpers sukzessive reduziert werden. Das Ganze erfolgt selbstverständlich bei örtlicher Betäubung und ist für den Patienten höchstens unangenehm, jedoch nicht schmerzhaft. Im Nachgang kann es unter anderem zu Schmerzen und lokalen Blutungen kommen, über die Sie von Ihrem behandelten Augenarzt vorweg genau aufgeklärt werden. Die Gabe von Macugen erfolgt wie bei vergleichbaren Medikamenten zunächst über einen klar abgesteckten Zeitraum, in dem der Spezialist die Entwicklung der Sehschärfe genau beobachtet.