Lexikon»Brillengläser»Lotuseffekt

Lotuseffekt

Eine gut angepasste Brille spüren Sie beim Tragen kaum. Die Sehhilfe ermöglicht Ihnen scharfes Sehen in beinahe jeder Lebenssituation. Damit die Freude an der Brille lange währt, sollten Sie ihren Sitz und auch die enthaltenen Korrektionswerte regelmäßig beim Optiker überprüfen lassen. Zudem ist es sinnvoll, die Augen in gewissen Abständen beim Augenarzt untersuchen zu lassen. Experten empfehlen, dass Sie etwa einmal pro Jahr eine Messung Ihrer Sehschärfe beim Optiker vornehmen lassen sollten. Alle ein bis zwei Jahre ist zudem ein Termin beim Augenarzt für eine Vorsorgeuntersuchung ratsam. Der Mediziner misst dabei zum Beispiel den Augeninnendruck und überprüft den Zustand Ihrer Netzhaut. Solange Sie mit Ihrer Brille scharf sehen, können Sie die Sehhilfe weiterhin tragen. Mit guter Pflege kann Ihre Brille Sie über Jahre hinweg begleiten. Voraussetzung ist allerdings, dass Sie Verschmutzungen regelmäßig entfernen. Um den Reinigungsaufwand möglichst gering zu halten, können Sie sich für eine Brille mit Lotuseffekt entscheiden. Ihr Optiker erläutert Ihnen gerne, was dahinter steckt.

Jederzeit eine saubere Brille

Fragt man Brillenträger danach, in welchen Situationen sie von ihrer Sehhilfe genervt sind, dann lautet eine der häufigsten Antworten: im Regen, wenn Tropfen auf den Gläsern die Sicht beeinträchtigen. Ebenfalls ganz oben auf der Liste: „Dreckige“ Umgebungen, in denen Staub, Schmutz und andere Ablagerungen auftreten. Schon ein kleines Staubkorn auf dem Glas kann sehr störend wirken. Es wirkt schließlich wegen der großen Nähe des Glases zum Auge deutlich größer als es eigentlich ist. Kein Wunder also, dass sich viele Fehlsichtige eine Brille wünschen, die niemals schmutzig ist. Falls Sie diese Sehnsucht ebenfalls verspüren, dann hat Ihr Optiker eine gute Nachricht für Sie: Ihr Wunsch kann in Erfüllung gehen. Es gibt nämlich tatsächlich Brillen, die sich wie von selbst reinigen und die Verschmutzungen aller Art keine Chance lassen.

Die Natur liefert das Vorbild

Die optische Industrie hat sich bei der Entwicklung der entsprechenden Lösungen von der Natur inspirieren lassen. Als Vorbild dient die Lotusblume, die für die Selbstreinigungskräfte ihrer Blätter bekannt ist. Der erstaunliche Effekt fiel erstmals vor mehr als zwei Jahrtausenden auf – und bis heute fasziniert die Pflanze viele Menschen. Inzwischen kann man das „Geheimnis“ der Blume physikalisch exakt erklären. Im Kern steht die Oberflächenspannung, die jeder Wassertropfen aufweist. Der Tropfen ist in der Regel kugelförmig, weil die Oberfläche in diesem Zustand die kleinstmögliche Größe aufweist. Die Schwerkraft führt allerdings dazu, dass ein Tropfen sich ausbreitet und dabei großflächig verteilt. Genau das ist auf einem Blatt der Lotusblume nicht möglich. Sie reduziert in hohem Maße die sogenannten Adhäsionskräfte, die normalerweise zu einer Auflösung der Tropfenform führen würden. Der Wassertropfen ist also gezwungen, seine ursprüngliche Form zu behalten – mit der Folge, dass er vom Blatt abperlt. Und auf dem Weg nach unten spült das Wasser sogar noch mögliche Verschmutzungen fort.

Oberfläche des Glases beim Optiker beschichten lassen

Ihr Optiker kann den Gläsern Ihrer Brille durch eine spezielle Beschichtung Eigenschaften verleihen, die denen des Lotusblattes sehr nahekommen. Die Cleanschicht, die Ihnen dauerhaft saubere Brillengläser beschert, wird deshalb folgerichtig als Veredelung mit Lotuseffekt angeboten. Der Aufpreis hält sich oft in Grenzen, so dass Sie den Komfort Ihrer Brille mit geringem Aufwand spürbar erhöhen können.