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Lidchirurgie

Bei Menschen fällt der erste Blick zumeist direkt in die Augen. Diese gelten bekanntermaßen als die Spiegel der Seele und zählen zu den individuellsten Merkmalen eines jeden Menschen. Erkrankungen sowie Veränderung dieses Bereichs werden sehr deutlich wahrgenommen und können eine große körperliche sowie psychische Belastung für Betroffene darstellen. Die Lidchirurgie behandelt u.a. Fehlstellungen sowie Erschlaffungen der Lider. Diese Eingriffe werden sowohl aus medizinischen als auch kosmetischen Gründen vorgenommen. Weitere Symptome wie Schlupf- und Hängelid, nässende Augen bei Lidschwäche oder Faltenglättung werden mit einem Augenarzt besprochen.
Eine Behandlung erfolgt somit stets mit Sicht auf den gesamten augenärztlichen Befund. Das Zusammenspiel von Lid und Auge prägt nicht nur die Art und Weise, wie wir die Welt betrachten. Sie sind zwei Elemente, die jeden Tag stets miteinander harmonieren. Darüber hinaus sind sie für Veränderungen in angrenzenden Bereichen des Gesichts ebenfalls anfällig. Für den Augenarzt ist somit der Bereich um die Augen ebenfalls relevant.

Kosmetische Verfahren

Eine sogenannte Augenlid-Korrektur kann diverse Probleme beheben. So ist bspw. die Behandlung von Schlupflidern ein gängiger Eingriff der modernen Augenchirurgie und benötigt pro Auge nicht mehr als 20 Minuten. Eine Erschlaffung der Lidhaut ist eine meist sehr natürliche Folge altersbedingter Veränderungen. Diese betreffen die elastischen Fasern der Haut und können sowohl das Ober- als auch das Unterlid betreffen. Um diese Veränderungen aufzuhalten, nimmt man einen kleinen Eingriff per Laser vor. Es wird dabei Fett sowie überschüssiges Haut entfernt, die über das obere Augenlid hängt.
Das Ergebnis ist eine deutlich straffere Haut. Es kann darüber hinaus notwendig sein, das erschlaffte Muskelgewebe darunter teilweise zu entfernen und zu straffen. Meist nimmt man zudem eine Verringerung des Fettgewebes vor, denn nur so können Tränensäcke beseitigt werden. Durch diesen relativ kleinen Eingriff kann eine deutliche optische Verjüngung erreicht werden. Ein Elastizitätsverlust kann zwar nicht vollständig behoben werden, ist jedoch wesentlich auffälliger als vor dem Eingriff.

Fehlstellungen der Lider

Lidchirurgie kann zwar aus kosmetischen Gründen vorgenommen werden, aber sie wird natürlich auch bei Erkrankungen ebenfalls angewendet. Lidhauterschlaffungen mögen altersbedingt sein, aber es können durch Erkrankungen auch Lidfehlstellungen auftreten. Ein Eingriff kann somit unter medizinischen Aspekten notwendig sein. Die häufigsten Lidfehlstellungen sind nach innen gedrehte Lidränder, nach außen gedrehte Lidränder oder hängende Oberlider. Die Ursachen können Vernarbungen aus Bindehautentzündungen, Verletzungen, altersbedingte Erschlaffungen der Lidmuskeln, Operationen, Gesichtsnervenlähmungen oder angeborene Erkrankungen sein. Diese Fehlstellungen können im Laufe der Zeit zu ernsthaften Beeinträchtigungen des Sehvermögens führen. Das Ergebnis sind Entzündungen, Geschwüre, ein vermehrter Tränenfluss und eine Austrocknungsgefahr der Hornhaut. In solchen Fällen ist eine Diagnose und Operation unumgänglich.

Operation

Ein solcher Eingriff kann unter Lokalanästhesie erfolgen. Die Entscheidung trifft der Patient aber stets mit dem Augenarzt oder Chirurg. Mittels Laser erfolgen feine Schnitte in den natürlichen Hautfalten des Oberlides und unterhalb der Wimpern des Unterlides. Bei Krähenfüßen oder Lachfältchen nimmt man bspw. fünf bis zehn Millimeter lange Schnitte, die in natürliche Hautspaltlinien gelegt werden. Bei Lidhauterschlaffungen entfernt man einen Teil der überschüssigen Lidhaut sowie darunter liegendes Gewebe. Bei einer ausgeprägten Lidfehlstellung entfernt man gegebenenfalls Narben, Bindegewebe und Lidmuskeln oder verschiebt Gewebe. Nach erfolgtem Eingriff vernäht man die Wundränder. Da die Lidhaut zumeist schnell und ohne Narben verheilt, kann auf einen Verband oder Augenklappe verzichtet werden.