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Licht-adjustierbare Intraokularlinsen

Licht-adjustierbare Intraokularlinsen (LAL) ist eine Sonderform der Intraokularlinse (IOL) und soll dem Patienten eine optimale Sehschärfe in die Ferne ohne zusätzliche Brillenkorrektur bieten. Dafür wird für den Patienten vor der Operation eine exakt gemessene individuelle Stärke ausgewählt, die die Möglichkeit bietet, über mehrere Wochen nach der Operation eine Feinabstimmung per UV-Licht vorzunehmen. Mittels des UV-Lichtes kann die Linse nach der Operation um plus oder minus zwei Dioptrien verändert werden.

Aufbau

Im Gegensatz zu Standard-IOLs die aus statischem Kunststoffen hergestellt sind, haben Licht-adjustierbare Intraokularlinsen photosensitive Silikonpolymere eingebettet. Werden diese Polymere der LAL mit UV-Licht bestrahlt, verändern diese ihre Struktur. Durch die Veränderung der Struktur kann auch nach der Operation die Linse um bis zu zwei Dioptrien plus oder minus verändert werden.

Änderung der Brechkraft

Die Änderung der Brechkraft der Licht-adjustierbare Intraokularlinsen kann über eine gezielte Bestrahlung mit kurzwelligem UV-Licht (365) erfolgen. Die gezielte Bestrahlung kann im Zeitraum von 14 bis 21 Tagen nach der Operation erfolgen. Einige Tage später erfolgt abschließend die Bestrahlung der kompletten LAL, um verbliebene Polymere zu deaktivieren (locked) und eine weitere Brechkraftveränderung der Linse zu verhindern.

Vorteil Licht-adjustierbare Intraokularlinsen

Ein großer Vorteil der Licht-adjustierbare Intraokularlinse ist die Möglichkeit einer Linsenveränderung nach der Operation. Ist das refraktäre Ergebnis der Operation nicht optimal, z. B. durch Heilungsveränderungen im Auge, unpräzise Kalkulation oder Veränderungen der Linsenposition, kann Ihr Augenarzt durch einfach Bestrahlungen das Endergebnis optimieren. Des Weiteren kann eine LAL nicht nur bei Patienten mit vorliegendem Katarakt eingesetzt werden, sondern grundsätzlich auch bei Menschen mit Kurz– oder Weitsichtigkeit. Obwohl Licht-adjustierbare Intraokularlinsen nur über einen Brennpunkt verfügen, kann durch die postoperative Bestrahlung der Linse auch eine Hornhauverkrümmung (Astigmatismus) korrigiert werden.

aumedo Check-up

Operation

Operationen zur Implantation einer LAL finden in den meisten Fällen ambulant statt. Unter örtlicher Betäubung wird die Pupille medikamentös erweitert, ein kleiner Einschnitt angelegt und im ersten Schritt die körpereigene Linse mittels Ultraschall zertrümmert und abgesaugt. Dabei bleibt die Umhüllung der Linse (Kapselsack) meist erhalten und dient dem nun stattfindenden Einsetzen der LAL als Positionierungsmöglichkeit. Nach der richtigen Positionierung der Linse ist die Operation abgeschlossen.

Risiken und Nebenwirkungen

Das Implantieren von Intraokularlinsen (IOL) stellt für einen erfahrenen Augenarzt beinahe Routine dar. Mehr als 700.000 Mal werden die Operationen allein in Deutschland Jahr für Jahr ausgeführt. Deshalb sind die Art und Häufigkeit des Auftretens von Nebenwirkungen von der Erfahrung des Operateurs, der verwendeten Technik und Faktoren des Patienten ab.

Weiter Infos zu Risiken und Nebenwirkungen erhalten Sie hier

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Von |2018-08-07T13:45:09+00:0023. Oktober 2017|
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