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Krümmungsradius

Gegenüber einer Brille bieten Kontaktlinsen unbestreitbare Vorteile: Sie schränken das Blickfeld nicht ein, ermöglichen scharfes Sehen bei jedem Wetter und stören auch beim Sport nicht. Den etwas höheren Pflegeaufwand für Linsen nehmen viele Fehlsichtige angesichts dieser Vorzüge gerne in Kauf. Wenn sie gut angepasst sind, ermöglichen Ihnen Kontaktlinsen absolut scharfes Sehen fast ohne Einschränkungen. Solange Sie die Sehhilfen tragen, ist die Leistungsfähigkeit Ihrer Augen ähnlich hoch wie bei einem Normalsichtigen. Damit Sie diese hervorragenden Ergebnisse erzielen können, müssen die Kontaktlinsen allerdings exakt zu Ihrem Auge passen. Bei der Auswahl sollten Sie sich daher von einem erfahrenen Optiker oder Kontaktlinsenspezialisten beraten lassen.

Auf die Krümmung der Linse kommt es an

Zu den besonders wichtigen Kennziffern bei der Suche nach den optimalen Linsen gehört der Krümmungsradius. Er wird auch als BC-Wert bezeichnet und gibt an, wie stark die Linse gekrümmt ist. Ein niedriger BC-Wert bedeutet eine starke Krümmung, ein höherer Wert steht für eine flachere Linse. Um den optimalen Krümmungsradius bestimmen zu können, muss der Optiker die Form Ihres Auges exakt vermessen. Diese Aufgabe können in der Regel nur entsprechend qualifizierte Optikermeister oder Augenärzte übernehmen.

Falsche Linsen können dem Auge schaden

Wie wichtig eine gute und gründliche Anpassung der Kontaktlinsen beim Optiker ist, zeigt ein Blick auf die möglichen negativen Folgen, die durch „falsche“ Linsen entstehen können. Sitzen die Kontaktlinsen nicht fest genug, ist also der Krümmungsradius zu groß, kann sich ein unangenehmes Tragegefühl ergeben. Möglicherweise ist auch die Sehleistung eingeschränkt, da die Linsen ihre korrigierende Funktion nicht in idealer Weise erfüllen können. Deutlich gefährlicher sind allerdings Kontaktlinsen, die zu fest auf dem Auge sitzen. Hier können falsche BC- bzw. DIA-Werte auf lange Sicht sogar zu Schäden an der Hornhaut führen. Sowohl bei der Vermessung der Augen als auch bei der Anpassung der Linsen muss der Optiker deshalb sehr präzise arbeiten.

Differenzen zwischen den Anbietern beachten

Es gibt gute Gründe, bei jeder Bestellung von Kontaktlinsen beim Optiker die Werte genau zu überprüfen. Der Kontaktlinsenpass leistet dabei wertvolle Dienste: Sie müssen sich die einzelnen Werte nicht merken, sondern können sie bei Bedarf einfach im Kontaktlinsenpass nachlesen. Diesen bekommen Sie kostenfrei vom Optiker, nachdem Sie dort zum ersten Mal Linsen gekauft haben. Nachschublinsen sollten immer die gleichen Werte haben, damit es zu keinen Unverträglichkeitsreaktionen kommt. Natürlich sind Sie aber nicht für alle Zeiten an eine bestimmte Art von Linsen gebunden. Auch bei der Wahl des Herstellers sind Sie vollkommen frei. Allerdings müssen Sie wissen, dass der Krümmungsradius von Anbieter zu Anbieter unterschiedlich ausfallen kann. Wenn Sie bisher Linsen mit einem BC-Wert von zum Beispiel 8,6 getragen haben, bedeutet das nicht zwangsläufig, dass dies auch für Linsen eines anderen Herstellers der optimale Wert ist. Nach einem Wechsel der Marke oder des Produkts ist deshalb immer eine erneute Anpassung durch den Optiker sinnvoll.