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Kontrastschärfe

Als Kontrast bezeichnet man das Unterscheidungsmerkmal für den Helligkeitsverlauf eines Bildes. Die Dynamik oder der Kontrastumfang offenbart darüber hinaus den Intensitätsunterschied zwischen dem dunkelsten und dem hellsten Punkt eines Bildes. Anders gesagt: der Kontrast wird über die minimale und die maximale Leuchtdichten definiert.

Das menschliche Auge

Das menschliche Auge kann den Kontrastumfang in der Natur sehr gut verarbeiten, denn hier werden die Intensitäten logarithmisch und nicht linear wahrgenommen. Das menschliche Auge kann sich einerseits durch Kontrastphänomene täuschen lassen, aber andererseits auch feinste Strukturen erkennen. Einen Kontrastverlust durch verschwindende Leuchtdichteunterschiede bezeichnet man in der Dunkelheit als Blackout. Bei sehr hellen Lichtbedingungen versteht man das als Whiteout. Um im alltäglichen Leben Objekte zu erkennen, benötigt man sowohl eine hohe Sehleistung als auch eine hohe Kontrastempfindlichkeit. Diese beschreibt die Adaptionsfähigkeit der Augen und des Gehirns, gemeinsam Helligkeitsunterschiede wahrzunehmen und entsprechend weiterzuverarbeiten. Wenn die Konturen eines Objektes scharf abgegrenzt sind und das Objekt deutlich vor dem Hintergrund zu erkennen ist, mag das noch unkompliziert sein, aber das verhält sich bei komplexeren Situationen im Alltag oftmals nicht der Fall.

Verschlechterung der Kontrastunterscheidung

Natürlich kann eine nachlassende Kontrastunterscheidung durch Krankheit usw. ausgelöst sein, denn viele Veränderungen der optischen und neuronalen Komponenten beeinträchtigen die Kontrastempfindlichkeit, bevor sie letztendlich auch die Sehleistung betreffen. Hierzu gehört auch eine nicht ausreichend korrigierte Fehlsichtigkeit durch eine nicht korrekt verschriebene Sehhilfe sowie Trübungen der Augen.
Störungen im Bereich des Gehirns senken die Kontrastempfindlichkeit ebenfalls herab. Das kann bspw. bei wie Multiple Sklerose oder Parkinson vorkommen. Fest steht aber auch: der Mensch erfährt mit zunehmendem Alter einen gewissen Abbau der Sehkraft. Es ist auch oft so, dass die altersbedingten Veränderungen des Sehens in einer Arztpraxis nur unzureichend erfasst werden. Das Sehen von Kontrasten ist gerade für die Sicherheit älterer Menschen sehr wichtig, denn versteht man eher Osteoporose oder nachlassende Muskelkraft als Hauptgründe für Stürze, spielen außerdem Risikofaktoren wie verminderte Kontrastempfindlichkeit und nachlassende Tiefenwahrnehmung ebenfalls eine nicht zu vernachlässigende Rolle.

Eine Katarakt-OP als Option

Betroffene des Grauen Stars leiden neben einer altersbedingten Kontrastunschärfe auch an einer Trübung der Augenlinse. Schreitet der Grauen Star fort, ist eine mehrmalige Korrektur der Brillengläser notwendig. Ab dem Zeitpunkt, an dem die Minderung der Sehschärfe auch mit höchstmöglicher Korrektur nicht mehr kompensiert werden kann, sollte über ein künstliches Implantat nachgedacht werden. Konservative Therapien sind bislang nicht vorhanden. Eine Katarakt-Operation kann somit die ideale Alternative sein. Kunstlinsen sorgen für eine deutliche Besserung der Kontrastschärfe und beheben die Trübung.

Eine Operation mit dem Femtosekundenlaser

Eine schonende Operationsmethode ist zweifellos der Femtosekundenlaser, der mitunter bei der Kataraktchirurgie verwendet wird. Patienten profitieren von einer schonenderen und präziseren Operation, die überwiegend ohne Messer oder Skalpell auskommt. Die Genauigkeit der Laserchirurgie stellt die manuelle Operationsmethode deutlich in den Schatten. Diese Technologie nutzt Laserpulse mit einem Durchmesser von lediglich 0,001 mm. Diese Impulse entfalten Energie in einer zuvor genau bestimmbaren Tiefe im Auge. Es lassen sich dadurch Gewebeschichten präzise bearbeiten.