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Weiche Kontaktlinsen

Weiche Kontaktlinsen bestehen meist aus flexiblen Silikonhydrogelen und definieren sich über ihren Wassergehalt und Silikonanteil. Die Flexibilität der Linse sorgt für eine hohe Spontanverträglichkeit und ein angenehmes Tragegefühl. Weiche Kontaktlinsen sind ideal für Menschen, die empfindliche Augen haben oder eine Kontaktlinse suchen, die besonders fest im Auge sitzen soll. Gerade bei sportlichen Aktivitäten im Freien sind die weichen Linsen oft eine bessere Wahl, da zwischen Kontaktlinse und Hornhaut des Auges keine Platz für Fremdkörper ist.

Weiche Kontaktlinsen: Vorteile

Aufgrund der elastischen Materialien spürt man weiche Kontaktlinsen kaum. Deren dünne, flexible Struktur passt sich der Hornhaut der Augen gut an und sorgt für ein angenehmes Tragegefühl. Darüber hinaus sind weiche Kontaktlinsen mit einem Durchmesser von 13 bis 14,5 Millimetern größer als harte Kontaktlinsen. Sie gewährleisten dadurch einen stabileren Sitz im Auge. Weitere Vorteile der weichen Linsen sind:

  • Gute Spontanverträglichkeit – ideal für „Kontaktlinseneinsteiger“
  • Angenehmes Tragegefühl
  • Gute Brillenalternative z. B. beim Sport
  • Können fast alle Fehlsichtigkeiten ausgleichen

Weiche Kontaktlinsen: Nachteile

Weiche Kontaktlinsen sind trotz moderner Materialien weniger sauerstoffdurchlässiger als harte Kontaktlinsen. Aus diesem Grund eigenen sich nicht für dauerhaftes Tragen. Da weiche Kontaktlinsen die gesamte Hornhaut des Auges abdecken, schirmen sie diese auch vom Tränenfilm ab. Daraus können im weiteren Verlauf Unverträglichkeiten wie trockene Augen oder im schlimmsten Fall eine Hornhautentzündung entstehen. Um Unverträglichkeiten zu vermeiden, ist es ratsam, alle sechs Monate zur Kontrolle beim Augenarzt oder Augenoptier zu gehen. Weitere Nachteile weicher Kontaktlinsen sind:

  • Durch flexible Struktur keine Korrektur komplizierter Brechungsfehler
  • Hornhautentzündungen können sich unentdeckt entwickeln
  • Durch häufiges Wechseln der Kontaktlinsen steigt die Gefahr einer Infektion am Auge
  • Je nach Linsenart geringe Lebensdauer und relativ hohe Kosten

Weiche Kontaktlinsen: Arten

Wie auch bei harten Kontaktlinsen gibt es bei weichen Kontaktlinsen zahlreiche Varianten. Je nach Art unterscheiden sie sich dabei in ihrer Tragedauer und der Fehlsichtigkeit, die sie korrigieren. Da weiche Linsen aufgrund des höheren Wassergehaltes deutlich empfindlicher als harte Linsen sind, sollte sie niemals über den empfohlenen Zeitraum hinaus getragen werden.

Tageslinsen

Diese Linsen sind zur einmaligen Verwendung gedacht und müssen nach der Benutzung entsorgt werden. Oft setzt man sie für weniger Stunden oder einen Tag ein und entsorgt sie im Anschluss. Dadurch entfällt die Reinigung und Desinfektion. Diese Art der weichen Kontaktlinsen eignet sich optimal für Personen, die zum Beispiel beim Sport auf eine Brille verzichten möchten.

Austauschlinsen

Sie müssen nach festgelegten Intervallen ersetzt werden. Dahinter stecken weiche Kontaktlinsen, die täglich, wöchentlich, 14-tägig oder im 3 – 6 monatlichen Rhythmus ausgetauscht werden müssen. Eine Überschreitung der durch die Hersteller festgelegten Zeiträume kann zu Schäden an den Augen führen.

Dauertragelinsen

Diese weichen Kontaktlinsen können bis zu 30 Tage am Stück Tag und Nacht getragen werden. Sie gewährleisten so 24 Stunden klare Sicht, egal ob nachts oder nach dem Aufstehen. Die Linsen zeichnen sich durch eine extreme Sauerstoffdurchlässigkeit aus und machen zudem Reinigung und Pflege überflüssig.

Individuell angefertigte Kontaktlinsen

Wie der Name schon verrät, werden diese Linsen, anders als standardisierte Austauschlinsen, von einem Augenoptiker angepasst und individuell gefertigt. Je nach Variante kann man sie mehrere Monate, teilweise sogar ein ganzes Jahr lang verwenden.

Multifokallinsen

Mit dieser Art weicher Kontaktlinsen kann eine vorliegende Alterssichtigkeit (Presbyopie) korrigiert werden. Diese Linsen können als Tages-, 14-Tages- oder Monatslinsen erworben und getragen werden.

Torische Linsen

Diese speziellen Linsen ermöglichen die Korrektur einer Hornhautverkrümmung. Darüber hinaus korrigieren sie auch weitere Sehfehler, wie eine Weit- oder Kurzsichtigkeit. Torische Kontaktlinsen werden in allen gängigen Varianten angeboten. Es gibt sie zum Beispiel als individuell angefertigte Kontaktlinsen oder Tages- und Austauschlinsen.

Anpassung

Wie bei allen Kontaktlinsen sollte auch weichen Kontaktlinsen immer eine Anpassung durch einen Augenarzt oder spezialisierten Augenoptiker erfolgen. Dieser überprüft die Hornhaut, die Zusammensetzung des Tränenfilms und bestimmt die optimalen Parameter der Kontaktlinse. Dafür ermittelt er zum Beispiel den Durchmesser, die optimale Art der Linse und die passenden Korrektionswerte. Unter Berücksichtigung der Bedürfnisse des Trägers wählt der Spezialist dann die richtige Linse aus. Darüber hinaus erfolgt eine Einweisung über die richtige Handhabung und Reinigung der Kontaktlinse. Ohne eine korrekte Anpassung und regelmäßige Nachkontrollen ist das Tragen von weichen Kontaktlinsen immer mit einem Risiko verbunden. Sollten die Linsen die Augen reizen oder Beschwerden (z. B. rote Augen) nach dem Tragen auftreten, sollte erneut ein Augenarzt oder Augenoptiker aufgesucht werden.

Hygiene und Pflege

Während des täglichen Gebrauchs lagern sich Fette und Eiweiße aus dem Tränenfilm auf der Oberfläche der weichen Kontaktlinsen ab, die einen Nährboden für Krankheitserreger bilden. Diese Krankheitserreger können die Augen reizen oder zu gefährlichen Infektionen wie einer Bindehaut– oder Hornhautentzündung führen. Um diese Erreger vollständig zu entfernen und die Kontaktlinse denoch zu pflegen, eigenen sich am besten hochwertige Kombilösung für Kontaktlinsen. Eine Kombilösung erledigt verschiedene Hygiene- und Pflegeschritte nacheinander. Die Kombilösung für Kontaktlinsen entfernt bereits im ersten Schritt die allermeisten Schmutzpartikel und Krankheitserreger. Das wird durch eine spezielle Molekülstruktur in der Lösung möglich. Die mikroskopisch kleinen Teilchen heften sich an die Bakterien auf der Linse an und entfernen diese. Das geschieht auf effektive, aber dennoch sanfte Weise, damit die Oberfläche der Kontaktlinse keinen Schaden nimmt.

Sind Schmutz und Bakterien entfernt, wird ein anderer Wirkstoff der Lösung aktiv. Er pflegt die Linsen und stellt deren optimale Versorgung mit Feuchtigkeit sicher. Sämtliche Wirkstoffe in der Lösung sind so konzipiert, dass sie auch für empfindliche Augen gut verträglich sind. Somit entfällt die Notwendigkeit, die Linsen vor dem Einsetzen noch einmal abzuspülen. Vielmehr können die Linsen direkt aus der Kombilösung entnommen werden und sofort ins Auge eingesetzt werden. Damit der Kontaktlinsenbehälter steril bleibt, ist es außerdem wichtig, diesen regelmäßig zu wechseln.

Wichtig: Achten Sie auch darauf, dass die Kombilösung für die Kontaktlinsen tatsächlich geeignet ist. Darüber hinaus sollte man die Angaben zur richtigen Anwendung in der  Packungsanleitung unbedingt beachten und einhalten.

 

Berufsverband der Augenärzte Deutschlands e.V. (BVA): Augenärzte informieren: Kontaktlinsen , abgerufen am 27.04.2019, von: https://augeninfo.de/cms/fileadmin/pat_brosch/koli.pdf
Grehn, F.: Augenheilkunde, Springer Verlag, 31. Auflage, 2012.
Schelle, H.: Kontaktlinse: neues Sehen – selbst erleben, Georg Thieme Verlag, 1. Auflage, 2000.
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Von |2019-05-16T12:56:16+02:0028. April 2019|
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