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Kindersprechstunde

Viele Krankheiten des Auges und Fehlsichtigkeiten entwickeln sich bereits im Kindesalter. Deshalb ist eine regelmäßige Kontrolle unter anderem der Sehschärfe auch bei Kindern schon sehr wichtig. Die Sehtests können die Kleinen beim Optiker oder beim Augenarzt absolvieren. Viele Augenärzte bieten auch eine spezielle Kindersprechstunde an. Während dieser Zeit kümmern sich diese besonders intensiv um ihre jüngsten Patienten. Sie führen die erforderlichen Tests und Untersuchungen auf kindgerechte Weise durch. Außerdem nehmen sich die Experten viel Zeit für Erklärungen. Ein guter Optiker und ein einfühlsamer Augenarzt wissen, dass sie das Vertrauen der Kinder brauchen, um gut und erfolgreich arbeiten zu können. Gerade bei den ganz Kleinen ist es wichtig, dass die Kinder das Tempo vorgeben können und sich gut aufgehoben fühlen. Von Bedeutung ist aber auch, dass sich der Augenarzt die Zeit nimmt, alle Fragen der Eltern zu beantworten. Er sollte sie nicht ohne nähere Erklärungen mit Fachbegriffen aus der Augenheilkunde überfordern, die möglicherweise unbegründete Ängste und Sorgen auslösen. Vielmehr sollte der Augenarzt ebenso wie der Optiker Wert auf eine klare und auch für Laien verständliche Sprache legen.

Frühzeitige Behandlung ist wichtig

Eltern, die ihren Augenarzt oder Optiker fragen, ab wann der Besuch der Kindersprechstunde sinnvoll ist, erhalten in der Regel eine klare Antwort: Wenn das Kind drei Monate alt ist, sollte es zum ersten Mal vom Augenarzt untersucht werden. Besonders wichtig ist dieser Termin, falls ein Optiker oder ein anderer Experte bereits Auffälligkeiten erkannt haben. Deren Ursachen müssen abgeklärt werden, und es muss, falls erforderlich, eine möglichst erfolgversprechende Behandlung in die Wege geleitet werden.

Therapeutischer Erfolg dank Früherkennung

Generell gilt, dass sich viele beginnende Schäden am Auge und insbesondere Fehlsichtigkeiten im Kindesalter noch gut ausgleichen lassen. Augenarzt und Optiker wissen, dass in vielen Fällen die Früherkennung entscheidend für den therapeutischen Erfolg ist. Als Beispiel ist hier das Schielen zu nennen, eine bei Kindern relativ häufig auftretende Fehlsichtigkeit. Dem Augenarzt stehen – gegebenenfalls in Zusammenarbeit mit dem Optiker – eine Reihe von Möglichkeiten zur Korrektur zur Verfügung. Mit den heute bekannten Mitteln liefert die Schieltherapie bei kleinen Kindern sehr gute Ergebnisse. Das Ziel besteht zumeist darin, dem Kind spätestens bis zur Einschulung möglichst problemloses Sehen zu ermöglichen. Am Beispiel des Schielens zeigt sich auch, wie wichtig das frühzeitige Erkennen möglicher Fehlsichtigkeiten ist. Die Möglichkeit zur Behandlung besteht nämlich nur während der kindlichen Entwicklungs- und Wachstumsphase. Mit dem Übergang zur Pubertät manifestieren sich bereits eingetretene Schäden. Sie sind dann praktisch nicht mehr rückgängig zu machen, sondern können allenfalls durch Sehhilfen vom Optiker ausgeglichen werden.

Regelmäßige Termine beim Augenarzt

Mit regelmäßigen Besuchen beim Augenarzt und Optiker stellen Eltern die richtigen Weichen für die Augengesundheit ihrer Kinder. Väter und Mütter sollten die Entwicklung ihres Nachwuchses stets im Blick behalten und besonders auf Veränderungen der Augen achten. Wirken sie plötzlich getrübt oder deutlich heller als früher, kann es ein Hinweis auf eine mögliche Erkrankung sein. Auch auffällige Vergrößerungen der Augen oder ein Zittern sollten nicht auf die leichte Schulter genommen werden, sondern Anlass für einen umgehenden Besuch beim Augenarzt oder Optiker sein.